SpOn 17.03.2026
09:37 Uhr

Nvidia will eine Billion Dollar mit KI-Chips umsetzen


Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet bis Ende kommenden Jahres mit einem gewaltigen Ansturm auf seine KI-Chips und will den Umsatz verdoppeln. Die Börse lässt sich davon nur kurzzeitig beeindrucken.

Nvidia will eine Billion Dollar mit KI-Chips umsetzen

Nvidia traut dem Markt für seine KI-Chips bis ​zum Jahr 2027 ein Umsatzvolumen von mindestens einer Billion Dollar zu. Die auf seiner Entwicklerkonferenz GTC in Kalifornien vorgetragene Prognose liegt damit deutlich über ‌der Schätzung von 500 Milliarden Dollar bis 2026, die der US-Chipkonzern bei seinen jüngsten Quartalszahlen nannte. Konzernchef Jensen Huang skizzierte am Montag vor mehr als 18.000 Zuschauern in einer Eishockey-Arena in San José die Strategie, mit der der Branchenprimus seine Position in dem schnell wachsenden Markt verteidigen will. Huang nannte aber keine Details zu der Prognose. Zu der viertägigen Veranstaltung selbst sagte er: »Ich möchte ​Sie daran erinnern, dass dies eine Technologiekonferenz ist.«

Ein Schwerpunkt von Huangs Präsentation lag auf der Inferenz, bei der die Systeme Nutzeranfragen ⁠beantworten, statt neue KI-Modelle ⁠zu trainieren. »Der Wendepunkt bei der Inferenz ist erreicht«, sagte er. Um sich in diesem Bereich breiter aufzustellen, präsentierte Nvidia ein neues KI-System, das auf Technologie des Start-ups Groq basiert. Der Rechenprozess soll künftig in zwei Schritte unterteilt werden: ‌Nvidias »Vera Rubin«-Chips übernehmen die erste Phase, in der menschliche Sprache in für Computer verständliche ​Datenbausteine übersetzt wird. Chips ‌von Groq bearbeiten den zweiten Schritt und liefern die Antwort.

Euphorie der Börse verfliegt schnell

Nvidia hatte Groqs Technologie im Dezember für 17 Milliarden Dollar lizenziert. Trotz der Namensähnlichkeit hat der Konzern nichts mit der künstlichen Intelligenz (KI) Grok des Elon-Musk-Konzerns xAI zu tun.

An der US-Börse wurden die Ankündigungen von Huang zunächst positiv aufgenommen. ‌Die Nvidia-Aktie schloss allerdings am Ende nur 1,6 Prozent im Plus, nachdem sie kurzzeitig sehr viel deutlicher zugelegt hatte. Die Prognose eines Billionenmarktes unterstreiche die dauerhafte Nachfrage nach Nvidias KI-Infrastruktur trotz der Sorgen einiger Investoren, sagte Emarketer-Analyst Jacob Bourne. Dies signalisiere, dass ‌Nvidia seine Führungsrolle behaupte, während die Branche über ​erste Experimente hinausgehe und nun die breite Anwendung in ‌Angriff nehme.

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Bei Hochleistungschips für das Training von ChatGPT, Gemini und Co. ist ‌Nvidia der unangefochtene Weltmarktführer. ​In den vergangenen Jahren haben KI-Entwickler wie OpenAI oder die Facebook-Mutter Meta derartige Prozessoren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar bestellt. Inzwischen verlagern sie ihre ​Investitionen jedoch auf die Inferenz. Nvidia-Kunden wie Meta, die ⁠Alphabet-Tochter Google und OpenAI entwickeln jeweils eigene Produkte ​oder ​haben diese bereits im Einsatz. Google will darüber hinaus Nvidias Vormacht bei Entwicklungsumgebungen für KI-Prozessoren angreifen.

mik/Reuters