SpOn 27.04.2026
10:43 Uhr

Nürburgring: Zehntausende Motorradfans feiern Saisonstart beim »Anlassen«


Für Motorradfahrer und -fans ist es einer der wichtigsten Termine des Jahres: das Szenetreffen auf dem Nürburgring. Auch in diesem Frühjahr sind wieder Zehntausende gekommen, aller Kritik zum Trotz.

Nürburgring: Zehntausende Motorradfans feiern Saisonstart beim »Anlassen«

Gottesdienst und Getöse: Beim traditionellen »Anlassen« haben Zehntausende Menschen am Wochenende auf dem Nürburgring den Start in die Motorradsaison gefeiert. Nach Angaben eines Sprechers besuchten rund 46.000 Menschen die Veranstaltung. Dies sei ein Rekord gewesen.

Während im Jahr 2019 vor der Coronapandemie noch 20.000 Teilnehmer vor Ort waren, waren es im vergangenen Jahr schon rund 42.000, hieß es von den Veranstaltern.

Es gab auch einen ökumenischen Motorrad-Gottesdienst, er wurde geleitet von Pfarrer Klaus Kohnz aus der Pfarrei Kelberger Land St. Christophorus in Müllenbach und von seiner evangelischen Kollegin Andrea Thon-Stein aus Adenau.

Nordschleife-Korso beim »Anlassen«

Nordschleife-Korso beim »Anlassen«

Foto: Thomas Frey / dpa

Anschließend zog der alljährliche Korso über die Nordschleife, angeführt von Guido Nisius, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau am Nürburgring. Die Veranstaltung verlief laut Polizeiangaben friedlich sowie ohne Unfälle oder Zwischenfälle.

Kritik am »Anlassen«

Anwohner und Initiativen zeigen sich seit Jahren wenig begeistert von der Veranstaltung: Sie beklagen etwa den dichten Verkehr samt kilometerlangen An- und Abreisekolonnen, die Lärm und Abgase weit über das eigentliche Eventgelände hinaus in die umliegenden Orte tragen. Umweltverbände verweisen in diesem Zusammenhang auf Studien, wonach bei Motorsportveranstaltungen bis zu 80 Prozent der Treibhausgasemissionen nicht auf die Fahraktivitäten selbst, sondern auf den Zuschauerverkehr entfallen.

Immer wieder wird zudem auch rücksichtsloses Fahrverhalten im Umfeld des Rings kritisiert.

Nur wenige Minuten vom Nürburgring entfernt, direkt an der B258, liegt die vermutlich berühmteste Tankstelle Deutschlands. Hier treffen sich freie Bürger, die freie Fahrt für ein Grundrecht halten und für ein Glück. Und wer zum Bezahlen reinkommt, dem ist die Anspannung oft schon ins Gesicht geschrieben. Lesen Sie hier unsere Reportage dazu. 

mkh/dpa