Der Gesundheitszustand Kim Jong Uns ist in Südkorea von politischem Interesse. Der Geheimdienst des Landes hat die Gewohnheiten von Nordkoreas Machthaber im Blick – und macht nun eine Einschätzung zu dessen starkem Übergewicht.
Kims »Gesundheitszustand wird als extrem fettleibig eingestuft, sein Gewicht liegt bei über 140 Kilogramm«, sagte der Abgeordnete Youn Kun Young am Mittwoch unter Berufung auf den Geheimdienst in Seoul. Da er von einem Ärzteteam engmaschig überwacht werde, sei jedoch davon auszugehen, dass der 42-Jährige keine ernsten Gesundheitsprobleme habe.
Zwar habe der Kettenraucher Kim ein »hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen«, sagte Youn. Er zeige jedoch keine Probleme bei körperlicher Aktivität, etwa beim Treppensteigen.
Der Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers wird international mit großem Interesse beobachtet. Sollte Kim plötzlich sterben, würde dies Fragen hinsichtlich seiner Nachfolge aufwerfen und gravierende Folgen für die Stabilität des international abgeschotteten Staats haben.
Bereits 2020 war über die Gesundheit des nordkoreanischen Staatsoberhaupts spekuliert worden, als Kim einer Gedenkfeier zu Ehren seines verstorbenen Großvaters fernblieb und etwa 20 Tage aus der Öffentlichkeit verschwand. Gerüchten zufolge hatte er sich einer Operation unterzogen und war danach schwer erkrankt.
Kims Vater Kim Jong Il und sein Großvater Kim Il Sung waren ebenfalls beide übergewichtig und starke Raucher. Beide starben an Herzinfarkten.
Uno stuft Nahrungsmittelknappheit als humanitäres Problem ein
Übergewicht ist in Nordkorea überwiegend ein Problem innerhalb einer kleinen wohlhabenden Oberschicht. Für die breite Bevölkerung ist es hingegen eine absolute Ausnahme. Das atomar bewaffnete Nordkorea unterliegt wegen seiner Waffenprogramme internationalen Sanktionen. Der Staat kämpft seit Langem mit einer Wirtschaftskrise und Nahrungsmittelknappheit. Immer wieder kommt es zu Hungersnöten. Große Teile der Bevölkerung haben keinen verlässlichen Zugang zu ausreichender oder abwechslungsreicher Nahrung. Die Uno-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Nordkorea, Elizabeth Salmon, hatte die Nahrungsmittelknappheit in dem Land in einem Bericht im Februar als großes humanitäres Problem eingestuft.
Der Chefkoch im Hotel Metropole in Hanoi, Paul Smart, der während des Nordkorea-USA-Gipfels im Jahr 2019 mit Kims persönlichen Köchen zusammengearbeitet hatte, sagte damals, der nordkoreanische Staatschef hege eine Vorliebe für blutiges Fleisch und luxuriöse Lebensmittel. »Er mag Kaviar, Hummer, wirklich luxuriöse Produkte. Stopfleber, er liebt es wirklich zu schlemmen«, sagte Smart unter Berufung auf Kims Köche.
