SpOn 08.10.2026
19:08 Uhr

Nicolás Maduro: US-Justiz klagt Ex-Präsident und Ehefrau wegen Folter an


Die US-Justiz erhebt neue Vorwürfe gegen den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Ehefrau. Ihnen wird vorgeworfen, an der rechtswidrigen Inhaftierung und Folter von US-Bürgern beteiligt gewesen zu sein.

Nicolás Maduro: US-Justiz klagt Ex-Präsident und Ehefrau wegen Folter an

Der frühere venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores sehen sich in den USA mit weiteren schweren Vorwürfen konfrontiert. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar nun auch eine Verschwörung zur Folter von US-Bürgern in venezolanischer Haft vor. Das geht aus einer erweiterten Anklageschrift hervor.

Den Ermittlern zufolge sollen während Maduros Amtszeit mehr als ein Dutzend US-Amerikaner in venezolanischen Gefängnissen rechtswidrig festgehalten und misshandelt worden sein. Die neuen Vorwürfe ergänzen bereits bestehende Anklagen gegen den früheren Staatschef und seine Ehefrau.

Maduro stand von 2013 bis 2026 an der Spitze Venezuelas. Seine Regierung wurde international wiederholt wegen autoritärer Tendenzen und Menschenrechtsverletzungen kritisiert.

Festnahme durch US-Spezialkräfte

Im Januar wurden Maduro und Flores bei einem umstrittenen Einsatz von US-Spezialkräften in Caracas gefangen genommen. Kritiker bezeichneten die Aktion als Verstoß gegen das Völkerrecht. Nach der Festnahme übernahm die frühere Vizepräsidentin Delcy Rodríguez kommissarisch die Führung Venezuelas.

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Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen Caracas und Washington verändert. Beide Seiten arbeiten unter anderem im Ölsektor enger zusammen.

Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Erdölreserven. Die Wirtschaft des Landes ist jedoch seit Jahren von Misswirtschaft, Korruption und internationalen Sanktionen geprägt.

Anklage wegen Drogenschmuggels

Gegen Maduro und Flores laufen in den USA bereits Verfahren wegen weiterer Vorwürfe. Dazu zählt unter anderem die Anschuldigung des sogenannten »Drogenterrorismus«.

Die US-Justiz wirft Maduro vor, seine politischen Ämter über Jahre genutzt zu haben, um den Schmuggel großer Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten zu ermöglichen. Der Prozess soll am 1. Juni 2027 beginnen.

Maduro und Flores weisen die Anschuldigungen zurück. Sie bezeichnen ihre Festnahme durch die USA als Entführung. Beide befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft in Brooklyn. Ein Antrag von Flores auf Freilassung gegen Kaution wurde von einem Gericht abgelehnt.

dtt/dpa