SpOn 20.05.2026
18:21 Uhr

News des Tages: chinesische Spione,


Chinesische Spione sollen deutsche Forscher nach China gelockt und dort ausgehorcht haben. Im Block-Prozess sagt eine Schlüsselzeugin aus. Und am Wochenende kommt endlich der Sommer nach Deutschland. Das ist die Lage am Mittwochabend.

News des Tages: chinesische Spione,
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1. Die Ausforscher

Fahnder des bayerischen Landeskriminalamts haben am Mittwochmorgen in München zwei mutmaßliche chinesische Spione festgesetzt: den 55-jährigen Xuejun C. und seine Ehefrau, die 52-jährige Hua S.

Die Beschuldigten sind Deutsche mit chinesischen Wurzeln und sollen gezielt auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland angesetzt gewesen sein, die zu militärisch nutzbaren Technologien forschen.

»Offenbar interessierten sich die beiden vor allem für die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Informatik und künstliche Intelligenz«, berichtet mein Kollege Sven Röbel (Hier mehr dazu ). Nach Erkenntnissen der Ermittler hat sich das Ehepaar ein weitreichendes Netzwerk aufgebaut.

Unter anderem sollen die Beschuldigten die Forscher gegen Honorar zu Vorträgen nach China gelockt haben, heißt es. »Im angeblich zivilen Publikum saßen dann aber wohl vor allem Mitarbeiter staatlicher, chinesischer Rüstungskonzerne«, so Sven.


2. Die Tränen der Zeugin

Heute sollte im Block-Prozess eine Schlüsselfigur im Entführungsdrama aussagen, Keren Tennenbaum. Sie gilt als zentrale Akteurin, als Organisatorin und emotionale Strippenzieherin. Würde sie die Steakhaus-Erbin Christina Block schwer belasten?

Meine Kollegin Julia Jüttner war im Gericht und hat den Auftritt verfolgt. »Gut gelaunt« sei Tennenbaum erschienen, schreibt Julia, dann habe sie »zwei Stunden lang am Stück gesprochen.« Darüber, wie sich die beiden Frauen kennenlernten, Sympathie füreinander entwickelten, wie bei ihr, die sich von Christina Block »Olga« nennen ließ, die Anteilnahme an deren Verzweiflung wuchs.

Tennenbaum berichtete von der Entführung, von dem Aufeinandertreffen der Mutter und ihrer Kinder. Sie weinte. Und belastete trotzdem Christina Block, mehr noch aber andere Figuren im Familienimperium. »Tennenbaum wirkte in ihren Schilderungen überzeugend, authentisch, ohne Belastungseifer«, berichtet Julia.


3. Es wird heiß, Baby

Haben Sie es satt, sich jeden Morgen zu überlegen, welche Jacke angemessen ist? Das ist jetzt endlich vorbei, zumindest in weiten Teilen Deutschlands: Zum langen Pfingstwochenende werden sommerliche Temperaturen erwartet.

Bereits am Freitag wird nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts (DWD) die 30-Grad-Marke stellenweise überschritten. Ab Samstag können sich dann auch andere Landesteile auf sommerliches Wetter einstellen: Der DWD rechnet verbreitet mit mehr als 30 Grad.

Also: Motten Sie den Grill aus, pumpen Sie das SUP auf, oder kramen Sie den Liegestuhl aus dem Verschlag – was auch immer Sie im Sommer so gern machen, am Wochenende können Sie damit beginnen.


Was heute sonst noch wichtig ist

  • Mit Ebola infizierter US-Amerikaner in Berliner Charité aufgenommen: Er kam um drei Uhr früh mit einer Spezialeskorte: Ein mit Ebola infizierter US-Amerikaner ist in die Berliner Charité eingeliefert worden. Es bestehe keine Gefahr für Patienten und Bevölkerung, betonte das Gesundheitsministerium.

  • NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben ist frei: Der wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen verurteilte Rechtsextremist Ralf Wohlleben hat seine Freiheitsstrafe abgesessen. Er ist »unter Führungsaufsicht« aus der Haft entlassen worden.

  • Österreich nimmt Ermittlungen gegen »Wochenend-Scharfschützen« im Bosnienkrieg auf: Erst Italien und Bosnien-Herzegowina, nun Österreich: In Wien ermitteln die Behörden gegen zwei Verdächtige, die im Bosnienkrieg vor 30 Jahren Geld gezahlt haben sollen, um Jagd auf Zivilisten zu machen.


Meine Lieblingsgeschichte: Ein lauter Stern

Foto:

Mercedes-Benz AG – Communications & Marketing

Jahrzehntelang haben sich die Ingenieure von Rolls-Royce darum bemüht, den perfekten Verbrennungsmotor zu konstruieren: Perfekt hieß für die britische Nobelmarke, dass man ihre Zwölfzylinder weder hört noch sonstwie wahrnimmt. Die Triebwerke sollten so ruhig laufen, dass eine Münze aufrecht darauf stehen bleibt.

Seit einiger Zeit baut die Marke nun Autos mit in ihrem Sinne idealen Aggregaten: Elektromotoren. Das Problem: Kunden wollen sie nicht haben.

Interessant ist deswegen, wie das automobile Experiment aus Affalterbach bei treuen Fans ankommt. Dort sitzt Mercedes-Haustuner AMG, der die eigentlich zahmen Familienkutschen mit Stern in krawallige Wuthocker verwandelt.

In der Nacht zu Mittwoch hat die Marke ihren künftigen Hoffnungsträger in Las Vegas präsentiert: den GT. Ein Elektroauto. Ein Himmelfahrtskommando?

»Es gibt einen künstlichen Verbrennersound, simulierte Gangschaltung mit Zugkraftunterbrechung und Drehzahlbegrenzer und sogenannte Shaker in den Sitzen oder an der Lenksäule«, schreibt mein Kollege Thomas Geiger. Wie in manchen Erlebniskinos soll sich das von AMG sogenannte »V8 Soundgewitter« nicht nur hören, sondern auch fühlen lassen. (Lesen Sie hier mehr )

Mercedes-Konzernchef Ola Källenius habe von Händlern berichtet, die nach Testfahrten erst unter die Haube schauen mussten, bevor sie glaubten, dass sie soeben mit einem Elektroauto gefahren waren. Der Konzernchef selbst habe nach seiner Ausfahrt vom »besten V8, den wir nie gebaut haben« geschwärmt.

Ob der Elektro-GT zum Renner wird oder ein Ladenhüter bleibt, wie der Spectre von Rolls-Royce, wird sich erst Ende des Jahres zeigen – dann kommt er in den Handel.

Hier noch die Daten fürs Quartett:

Leistung: 1169 PS
Drehmoment: 2000 Nm
0 auf 100 km/h: 2,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h


Was heute weniger wichtig ist

Sänger Campino (im August 2025 bei einem Festival in Mecklenburg-Vorpommern): »Wir müssen das Leben immer so nehmen, wie es kommt«

Sänger Campino (im August 2025 bei einem Festival in Mecklenburg-Vorpommern): »Wir müssen das Leben immer so nehmen, wie es kommt«

Foto:

Jens Büttner / dpa

Punk is Dad: Campino, 63, ist noch mal Vater geworden. Das erzählt der Frontmann der Band Die Toten Hosen in einer Dokumentation, die ab heute in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Das Kind kam demnach während der zweijährigen Arbeiten am letzten Studioalbum zur Welt. In einer Gesprächsrunde nach der Doku-Premiere äußerte er sich: »Wir müssen das Leben immer so nehmen, wie es kommt, und insofern sehe ich mich jetzt gerade wieder selber Autos über den Teppich schieben, und ich fühle mich gut dabei.«


Mini-Hohlspiegel

Zeitschriftenauslage in einer Shell-Tankstelle in Heidelberg

Zeitschriftenauslage in einer Shell-Tankstelle in Heidelberg

Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.

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Klaus Stuttmann


Und heute Abend?

Titelhelden in »The Mandalorian and Grogu«: Es wimmelt von überflüssigen Dialogsätzen

Titelhelden in »The Mandalorian and Grogu«: Es wimmelt von überflüssigen Dialogsätzen

Foto:

Nicola Goode / Lucasfilm / Disney

Könnten Sie sich »The Mandalorian und Grogu« anschauen. Die »Star Wars«-Serie um den Kopfgeldjäger, der sein Gesicht nicht zeigen darf, und den kleinen, grünen Zwerg kommt jetzt als Spielfilm ins Kino.

Die Serie hat mich damals hingerissen. Als die zweite Staffel erschien, habe ich die erste noch mal geschaut und fand sie besser als zuvor.

Ein wenig fürchte ich, was mich im Kino erwartet. Mein Kollege Lars-Olav Beyer fand den Film nicht so toll: »Man gewinnt den Eindruck, dass Regisseur Jon Favreau ziemlich ratlos ist, was er erzählen will, und dem Publikum deshalb in einer ermüdenden Abklatsch-Orgie alles Mögliche hinwirft«, schreibt er. (Lesen Sie hier seine Rezension )

Ich werde mir selbst ein Bild machen. Und falls Lars-Olav recht hat, schaue ich einfach noch mal die ersten drei Staffeln der Serie – und empfehle Ihnen das auch.


Einen schönen Abend. Herzlich

Ihr Michail Hengstenberg, Autor im Kulturressort