SpOn 24.07.2026
05:41 Uhr

News: Carsten Linnemann, Kabinettsumbildung in Berlin, Leihmütter, Tod eines Epstein-Komplizen


Bundeskanzler Friedrich Merz bildet sein Kabinett um. Leihmütter sprechen über ihre Erfahrungen – gute und schlechte. Und: Tod eines Epstein-Komplizen. Das ist die Lage am Freitagmorgen.

News: Carsten Linnemann, Kabinettsumbildung in Berlin, Leihmütter, Tod eines Epstein-Komplizen

Kanzler Merz bildet sein Kabinett um

»Einfach mal machen« scheint Carsten Linnemanns Lieblingsmotto zu sein: So heißt nicht nur sein Podcast, sondern auch die Tour, mit der er gerade durch die Republik reist. Die Selbstbeschwörung dürfte dem bisherigen CDU-Generalsekretär nicht geschadet haben, jedenfalls wird er jetzt wohl liefern müssen. Linnemann könnte neuer Bundesgesundheitsminister werden (mehr dazu hier).

Politikerin Warken (CDU), April 2026: Die erste Frau als Chefin des Kanzleramts

Politikerin Warken (CDU), April 2026: Die erste Frau als Chefin des Kanzleramts

Foto: Clemens Bilan / EPA

Der Westfale träte damit die Nachfolge seiner Parteikollegin Nina Warken an. Sie dürfte auf den bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei folgen. Er soll als Nachfolger von Jens Spahn zum Unionsfraktionschef gewählt werden. Spahn trat zurück, weil der Druck aus Partei und Öffentlichkeit nach der Leihmutterschaftsaffäre um seinen in den USA geborenen Sohn zu groß wurde.

Kanzler Friedrich Merz hatte bereits vor Tagen eine Kabinettsumbildung in Aussicht gestellt. Warken könnte Geschichte schreiben. Mit ihr würde erstmals eine Frau die Leitung des Bundeskanzleramts übernehmen.

Und Linnemann kann jetzt zeigen, was er aus seinem mantrahaft geforderten Machen macht. Er hat in der Vergangenheit mehrfach betont, die meisten gesetzlichen Krankenkassen abschaffen oder zusammenlegen zu wollen und so das »Riesenverwaltungsvolumen« zu reduzieren. Mal schauen, ob es bei Ankündigungen bleibt.

Lesen Sie dazu hier auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel


Leihmutterschaft: Eine schöne Erfahrung oder eine Qual?

Beim Thema Leihmutterschaft (mehr hier ) weiß ich auch nach Tagen der Debatte immer noch nicht, wie ich mich positionieren soll. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Betroffenen ein Lebensdrama ist, wenn der eigene Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Genauso tun mir Frauen leid, die ein Kind für jemanden anderen austragen, weil sie etwa finanziell unter Druck stehen.

Meiner Kollegin Anika Freier ist es gelungen, mit Leihmüttern in den USA ins Gespräch zu kommen. Eine von ihnen sagt: »Ich bin Leihmutter geworden, um einer anderen Familie zu helfen, Eltern zu werden und ihren Traum vom Elternsein zu verwirklichen. Es war die schönste Erfahrung, für dieses Paar ein Kind zur Welt zu bringen.«

Ein Baby umklammert den Finger seiner Mutter, Oberhausen 2019: »Ich bin Leihmutter geworden, um einer anderen Familie zu helfen«

Ein Baby umklammert den Finger seiner Mutter, Oberhausen 2019: »Ich bin Leihmutter geworden, um einer anderen Familie zu helfen«

Foto: Fabian Strauch / dpa

Die befragten Frauen in den Vereinigten Staaten äußern sich durchweg positiv über ihre Erfahrungen. Doch Anika thematisiert auch die Schattenseiten der Leihmutterschaft. Sie verweist auf eine kürzlich publizierte Studie aus Georgien und Kasachstan. Die Forschenden berichten von Fällen, in denen die Frauen finanziell abhängig gehalten oder emotional unter Druck gesetzt werden. Gleichzeitig steige die internationale Nachfrage nach Leihmutterschaften.

Den Text von Anika können Sie heute im Laufe des Tages auf SPIEGEL.de lesen.


Fall Epstein: Tod eines Komplizen

Es ist ein Tod, um den sich jetzt schon Mythen ranken. Nahe Paris wurde am späten Montagabend die Leiche eines Mannes gefunden, der ein enger Helfer des US-Sexualverbrechers Jeffrey Epstein war. Sein Name: Daniel Siad. Er war jahrzehntelang als »Modelscout« um die Welt gereist und hatte Epstein Frauen wie Ware angeboten.

Epstein-Komplize Siad: Tod bei Paris

Epstein-Komplize Siad: Tod bei Paris

Foto: Social Media / Bestimage / IMAGO

Mehrere seiner Opfer (mehr hier ) hatten ihn wegen Vergewaltigung und Menschenhandels angezeigt, unter ihnen die Deutsche Anna, die eigentlich anders heißt. Meine Kolleginnen Alexandra Berlin und Petra Truckendanner haben mit ihr gesprochen. Siad starb, bevor ihn die Justiz vernehmen konnte. »Es war ein Schock«, sagt Anna.

Für Siads mutmaßliche Opfer wie Anna bedeutet das: Es wird keinen Prozess mehr gegen ihn geben. Nach seinem Tod zweifeln viele an der Arbeit der französischen Behörden. Jetzt lassen Staatsanwälte Siads Tod forensisch untersuchen. Die Behörden kündigten an, weiter zu Epsteins Netzwerk in Frankreich zu ermitteln.


Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz

Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games.


Verlierer des Tages…

… ist der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann. 2023 erreichte er im Eilverfahren in Karlsruhe, dass über das sogenannte Heizungsgesetz der Ampelregierung vor der Sommerpause nicht mehr abgestimmt werden konnte. Die Koalition musste den Zeitplan umwerfen, das Gesetz wurde erst im September beschlossen.

Ex-Abgeordneter Heilmann: Unzulässige Klage

Ex-Abgeordneter Heilmann: Unzulässige Klage

Foto: FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Nun haben die Karlsruher Richter im Hauptverfahren entschieden, dass Heilmanns Klage unzulässig war. Heilmann konnte nicht überzeugend darlegen, dass seine Abgeordnetenrechte durch das Tempo des Gesetzgebungsverfahrens verletzt wurden.


Die jüngsten Meldungen aus der Nacht


Heute bei SPIEGEL Extra: Backe, backe Sommerkuchen – und zwar Pies, Cobbler und Crumbles

Backen im Sommer ist super – vor allem wenn man etwas backt, das man mit nach draußen nehmen kann

Backen im Sommer ist super – vor allem wenn man etwas backt, das man mit nach draußen nehmen kann

Foto:

Anastasiia Voloshko / Moment / Getty Images

Brombeer-Nektarinen-Pie mit Vanilleeis? Birnen-Rhabarber-Crumble mit griechischem Joghurt? Aprikosen-Kirsch-Cobbler mit Zimt und Sahne? Oder gleich alle? Autorin Cynthia Barcomi erklärt, wie diese Köstlichkeiten gelingen .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Felix Bohr, stellvertretender Leiter des Geschichtsressorts