Ein einsturzgefährdetes Gebäude in Manhattan wurde am Dienstagmorgen geräumt, konnte aber bis zum späten Abend stabilisiert werden. »Wir beobachten das Gebäude seit vielen Stunden und haben keinerlei Bewegung festgestellt«, sagt Ahmed Tigani, Leiter des New Yorker Bauamts, während einer Pressekonferenz. Bis zum Einbruch der Nacht durften Bewohnerinnen und Bewohner in mehrere der sieben umliegenden Gebäude zurückkehren. Sie waren vorsorglich evakuiert worden.
Earlier this evening @NYC_Buildings Commissioner @AhmedTigani54 gave a press briefing on the ongoing stabilization efforts at the former Pfizer building in Midtown Manhattan, and related updates on the associated street closures and building evacuations. pic.twitter.com/7fQaCpvD4u
— Department of Buildings (@NYC_Buildings) July 8, 2026
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Die Ereignisse hatten am Dienstagmorgen ihren Lauf genommen. »Zwei tragende Stützen sind eingeknickt; zudem wurden mehrere Risse und absackende Decken festgestellt«, sagte Bürgermeister Zohran Mamdani gegenüber Reportern.
Das Problem der Statik betrifft insbesondere das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des Gebäudes sind ein eingeknickter Stützpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der »New York Times« machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das Gebäude evakuiert wurde. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, werde das Bürogebäude aus den Siebzigerjahren derzeit zu Luxuswohnungen umgebaut.
Hotels und Schule evakuiert
Kurz vor 8 Uhr Ortszeit hatte die Feuerwehr am Dienstagmorgen einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore mitteilte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Messungen ergaben, dass sich das Gebäude bewegt. Die Einsatzkräfte erklärten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere Gebäude wurden evakuiert.
Auch zwei Hotels, Diplomaten-Büros und eine Schule mit Hunderten Schülern mussten laut Medienberichten geräumt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berühmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden. Bürgermeister Mamdani bezeichnete die Lage als »extrem ernst«.
Statik mit Spezialgeräten untersucht
Zunächst wurde das Gebäude mittels einer Drohne und Geräten untersucht, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, teilte die Feuerwehr mit. Als städtische Beamte den 37-stöckigen Gebäudekomplex Etage für Etage kontrollierten, stellten sie keine weitere Bewegung der beschädigten Stützen fest. Die Stadtverwaltung gab am Abend die Einschätzung ab, dass die Situation »gleichbleibend, stabil und sicher sei«.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani vor Ort: Gebäude in der 235 East 42nd Street
Foto: Angelina Katsanis / AP / dpaDas mit den Bauarbeiten beauftragte Unternehmen erhielt daraufhin grünes Licht, mit den Notreparaturen fortzufahren, wie Mamdanis Büro mitteilte. Am Dienstagabend war zu beobachten, wie Arbeiter die beschädigten Stellen im Inneren des Gebäudes abstützten.
Das frühere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau. Aus früheren Büros sollen mehr als 1600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das größte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.
Der Projektentwickler wies jede Verantwortung für den Vorfall von sich und sprach von einem »typischen Konstruktionsfehler« des in den Sechzigerjahren errichteten Gebäudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten Stahlträger nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden, sagte er der »New York Times«.
Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich »perfekt«, die Fertigstellung werde sich bloß um ein paar Wochen verzögern.
Bei den Vorwahlen in New York zeigte sich der junge Bürgermeister Zohran Mamdani als Königsmacher: Seine Kandidaten gewannen gegen die des demokratischen Establishments. Strategen sprechen vom »Bürgerkrieg« innerhalb der Partei. Lesen Sie hier mehr dazu, wie Mamdani seine Machtbasis ausbaut.
Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieser Meldung haben wir den Bürgermeister von New York City falsch zitiert. Wir haben die Übersetzung korrigiert.
