SpOn 09.03.2026
11:20 Uhr

Musiker Country Joe McDonald gestorben


Folk und Kriegsprotest: Sänger Country Joe McDonald war in den Sechzigerjahren eine ikonische Figur. Seine Sprechgesänge gelten als prägender Moment des Woodstock-Festivals.

Musiker Country Joe McDonald gestorben

Country Joe McDonald, Hippie-Rockstar der Sechzigerjahre, ist mit 84 Jahren gestorben. Sein Protestsong »I-Feel-Like-I'm-Fixin'-To-Die Rag« gegen den Vietnamkrieg gilt als einer der Höhepunkte des Woodstock-Festivals. McDonald, der bürgerlich mit Vornamen Joseph hieß, starb im US-Bundesstaat Kalifornien an den Folgen seiner Parkinson-Krankheit, wie seine Frau Kathy McDonald mitteilte.

Der Sänger der Psychedelic-Rock-Band »Country Joe and the Fish« gehörte zu den prägenden Stimmen der US-amerikanischen Gegenkultur. Große Bekanntheit erlangte er mit seinem Auftritt beim Woodstock-Festival 1969, wo er sein satirisches Anti-Vietnamkriegs-Lied spielte (auf Deutsch etwa: »Ich habe das Gefühl, gleich draufzugehen«).

McDonald mit US-Flagge: Prägender Anti-Kriegs-Aktivist

McDonald mit US-Flagge: Prägender Anti-Kriegs-Aktivist

Foto: John Storey / Getty Images

Dabei ließ McDonald das Publikum einen provokanten Sprechchor anstimmen. Hunderttausende sangen den bitteren Refrain mit: »Eins, zwei, drei, wofür kämpfen wir? Frag mich nicht, ist mir egal. Nächster Halt, Vietnam.« In anderen Strophen verspottete das Lied Kriegsprofiteure an der Wall Street sowie die Bereitschaft, junge Männer in den Krieg zu schicken. Der in Washington geborene Musiker diente selbst in der US-Marine und engagierte sich später nach eigenen Angaben als Aktivist für Veteranen.

Am bekanntesten wurde McDonald für einen Talking-Blues-Song, den er 1965 in weniger als einer Stunde fertigstellte – in dem Jahr, in dem der damalige US-Präsident Lyndon Johnson begann, Bodentruppen nach Vietnam zu entsenden. Der Song war ebenfalls eine satirische Verherrlichung des Krieges und des frühen, sinnlosen Todes. Als er den Song schrieb, hatte er gerade seine Band Country Joe and the Fish gegründet, deshalb ließ er den Song mit »Gib mir ein F, gib mir ein I, gib mir ein S, gib mir ein H« beginnen. Als die Gruppe dann 1969 in Woodstock auftrat, stand sie kurz vor der Auflösung. McDonald stand in einer Armeeuniform auf der Bühne, die Gitarre hing an einem Seil, und er ließ die Menge statt »F-I-S-H« »F-U-C-K« skandieren.

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Was heute unspektakulär klingt, hatte für Musiker der Sechzigerjahre deutliche Folgen. Das Lied trug zu seinem Ruhm bei, hatte aber auch rechtliche und berufliche Konsequenzen. 1968 sagte Ed Sullivan einen geplanten Auftritt von Country Joe and the Fish in seiner Varietéshow ab, nachdem er von dem neuen Eröffnungsgruß erfahren hatte. Kurz nach Woodstock wurde McDonald verhaftet und mit einer Geldstrafe belegt, weil er den Gruß bei einem Konzert in Worcester, Massachusetts, verwendet hatte – ein Vorfall, der das Ende der Band beschleunigte.