Mehr als elf Jahre lang hat sie Daten vom Roten Planeten geliefert – jetzt trauert die US-Raumfahrtbehörde Nasa um ihre Mars-Sonde Maven. Das Ende der Mission komme dem »Verlust eines geliebten Menschen« gleich, sagte Projektmanager Mike Moreau auf einer Pressekonferenz laut dem Raumfahrtportal »Space.com« . Der Kontakt zu Maven war im Dezember 2025 abgebrochen; nach monatelanger Funkstille gilt die Sonde nun als nicht mehr zu retten.
Maven hat am 6. Dezember 2025 zum letzten Mal ein Signal zur Erde geschickt. Dieses Signal wurde von einem Netzwerk aus Bodenstationen empfangen, dem Deep Space Network (DSN). Dann flog die sonnenbetriebene Sonde von der Erde aus gesehen hinter den Mars, sodass kein Kontakt möglich war. Als sie wieder hinter dem Planeten hervorkam, zeigten die Daten: Maven war in den Sicherheitsmodus gegangen und drehte sich unkontrolliert. Durch diese schnelle Rotation konnten die Batterien offenbar nicht mehr richtig geladen werden, sie entluden sich – was laut der Nasa letztlich das Aus der Sonde bedeutete.
Seitdem waren alle Versuche, mit Maven Kontakt aufzunehmen, erfolglos, wie die Raumfahrtbehörde am Mittwoch in einer Mitteilung erklärte. Die bisherigen Ergebnisse erklären noch nicht, warum der Fehler genau passiert ist. Ein Team der Nasa versucht, die Ursache zu finden. Ein ausführlicher Abschlussbericht soll noch 2026 vorliegen.
Sonnenstürme, Polarlichter, Komet 3I/ATLAS
Maven war im November 2013 mit einer Atlas-V-Rakete von United Launch Alliance gestartet und erreichte zehn Monate später den Orbit um den Mars. Während der Mission veröffentlichte das Maven-Wissenschaftsteam mehr als 800 Facharbeiten, weitere Veröffentlichungen sind geplant.
Laut der Nasa hat Maven das Bild vom Mars grundlegend verändert: Messungen zeigten, dass Sonnenstürme die Atmosphäre des Planeten deutlich schneller erodieren lassen und so maßgeblich dazu beitrugen, den einst womöglich lebensfreundlichen Mars in die heutige kalte, trockene Welt zu verwandeln. Zudem entdeckte Maven bislang unbekannte Formen von Polarlichtern, die durch Protonen ausgelöst werden und nicht nur an den Polen, sondern über dem gesamten Planeten auftreten können.
Nebenbei half Maven bei der Untersuchung des Kometen 3I/ATLAS. Die Sonde machte Aufnahmen von ihm in mehreren Wellenlängen, um verschiedene Bestandteile sichtbar zu machen. Danach fertigte Maven hochauflösende UV-Licht-Bilder an, mit denen sich der vom Kometen ausströmende Wasserstoff nachweisen ließ. Durch die Kombination all dieser Daten können Forschende unterschiedliche Moleküle identifizieren und daraus Rückschlüsse auf die Zusammensetzung und die Entwicklungsgeschichte von 3I/ATLAS ziehen.
Gleichzeitig diente Maven dazu, Kontakt zu den Rovern »Curiosity« und »Perseverance« aufrechtzuerhalten. Nun müssen die verbliebenen Nasa-Sonden »Mars Odyssey« und »Mars Reconaissance Orbiter« die Lücke füllen, auch die europäische Sonde »ExoMars Trace Gas Orbiter« umkreist weiterhin den Nachbarplaneten der Erde.

