Zwei Menschen sind bei einem Messerangriff im jüdischen Viertel in London verletzt worden. Die Polizei habe einen Verdächtigen festgenommen, teilte zunächst die jüdische Organisation Shomrim mit. Demnach war ein Mann im Stadtteil Golders Green im Norden der britischen Hauptstadt mit einem Messer unterwegs und versuchte, jüdische Passanten anzugreifen. Sicherheitskräfte von Shomrim hätten ihn zunächst festgehalten, bevor die Polizei ihn mit einem Elektroschocker überwältigt habe. Die beiden Opfer würden medizinisch versorgt.
Kurz darauf bestätigte die britische Polizei, dass ein Mann wegen des Verdachts auf versuchten Mord festgenommen worden sei, nachdem zwei Männer in einem Stadtteil im Norden Londons mit hohem jüdischen Bevölkerungsanteil niedergestochen worden waren. Die Metropolitan Police teilte mit, dass die beiden Männer ins Krankenhaus gebracht worden seien und sich in einem stabilen Zustand befänden. Die Messerattacke werde als terroristischer Vorfall behandelt und die Beamten untersuchten derzeit, ob der Angriff gezielt gegen die jüdische Gemeinde gerichtet war.
Der britische Premierminister Keir Starmer nannte die Tat »zutiefst besorgniserregend«. Man müsse alles tun, um die polizeilichen Ermittlungen zu unterstützen und derartigen Straftaten entschlossen entgegenzutreten, sagte er im Londoner Unterhaus. Auf X sprach er später in einem Post von Antisemitismus und dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln.
The antisemitic attack in Golders Green is utterly appalling.
— Keir Starmer (@Keir_Starmer) April 29, 2026
Attacks on our Jewish community are attacks on Britain.
Thank you to Shomrim, Hatzola and the police for acting swiftly. Those responsible will be brought to justice.
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Israels Außenministerium forderte ein entschlosseneres Vorgehen Großbritanniens gegen Antisemitismus. »Nach Angriffen auf Synagogen, jüdische Einrichtungen, Gemeindekrankenwagen und nun auch gezielten Attacken auf Juden in Golders Green kann die britische Regierung nicht länger behaupten, die Lage sei unter Kontrolle«, hieß es in einem Post des Ministeriums auf X.
Die Tat ereignete sich vor dem Hintergrund einer Serie antisemitischer Angriffe in London. Im vergangenen Monat nahm die Polizei im Zusammenhang mit Attacken auf jüdische Einrichtungen mehr als zwei Dutzend Personen fest.
Dabei ging es unter anderem um in Brand gesetzte Krankenwagen und versuchte Brandanschläge auf Synagogen. Die Ermittler prüfen mögliche Verbindungen nach Iran. Die proiranische Gruppierung Harakat Ashab al-Jamin al-Islamija hatte sich in den sozialen Medien zu einigen der jüngsten Taten bekannt. Britische Behörden hatten zuletzt davor gewarnt, dass Iran versuche, kriminelle Handlanger für feindselige Aktivitäten im Vereinigten Königreich zu nutzen.
Seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Krieg Israels im Gazastreifen ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Großbritannien stark gestiegen. Der schwerste Übergriff im vergangenen Jahr war ein Anschlag in Manchester, bei dem am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur zwei Gläubige getötet wurden. Verschärft hat sich die Lage durch die US-israelischen Angriffe auf Iran.
