Israels Finanzminister Bezalel Smotrich hat Ministerpräsident Benjamin Netanyahu aufgefordert, als Reaktion auf zunehmende Drohnenangriffe der Hisbollah wieder Ziele in Beirut zu bombardieren. Für jede Drohne sollten zehn Gebäude in der libanesischen Hauptstadt fallen, sagte er.
Smotrich ist ein geschickter Kommunikator in eigener Sache. Würde heute gewählt werden, käme der extrem rechte Politiker mit seiner Partei nicht ins Parlament, gleichzeitig hat er aber aktuell neben seinem Posten als Finanzminister auch noch einen Quasi-Ministerposten im Verteidigungsministerium.
Er kann in dieser Funktion beispielsweise Gelder freigeben. Genau das hat der bei den Wählern unbeliebte Smotrich nun angekündigt: Ein Sonderbudget von rund zwei Milliarden Schekel (rund 590 Millionen Euro) will er demnach bewilligen, um dem Verteidigungssektor die Entwicklung von Gegenmaßnahmen gegen die Hisbollah-Drohnen zu ermöglichen. (Lesen Sie hier ein Porträt )
Israelische Artillerie schießt Richtung Südlibanon
Foto: Odd Andersen / AFPNetanyahu ist im Wahlkampf und hat wohl auch deshalb auf den Druck seines radikalen Ministers reagiert. Der 76-Jährige ordnete nach eigenen Angaben eine Verstärkung der israelischen Militäroffensive gegen die von Iran unterstützte Schiitenmiliz im Libanon an. »Ich habe eine noch größere Beschleunigung unserer Operationen befohlen«, sagte Netanyahu am Montag in einer auf der Onlineplattform Telegram veröffentlichten Videobotschaft. »Wir werden unsere Angriffe wie unsere Feuerkraft verstärken und wir werden sie zerschlagen«.
Israels Premier Benjamin Netanyahu
Foto: Ohad Zwigenberg / AP / dpaEigentlich gilt zwischen Israel und dem Libanon seit Mitte April eine Waffenruhe. Netanyahu verwies jedoch auf die fortgesetzten Angriffe durch die Hisbollah. Die Miliz greift Israel mit Drohnen an, darunter wohl auch mit Glasfaserdrohnen.
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Die israelische Armee hatte bereits am Montag ihre Luftangriffe im Südlibanon verstärkt. Ihre Angriffe richteten sich gegen Ziele in den Städten Tyrus und Nabatija. Es soll Tote gegeben haben.
