Amanal Petros hat am letzten Tag der Leichtathletik-EM in Birmingham Gold im Marathon gewonnen und damit die Nachfolge von Richard Ringer als Europameister angetreten. Der deutsche Rekordhalter setzte sich auf dem schweren Kurs in der Innenstadt nach einem Solo über rund 15 km in der Meisterschaftsrekordzeit von 2:09:11 Stunden souverän vor dem Italiener Pietro Riva (2:09:18) und Gashau Ayale (2:09:21) aus Israel durch.
Samuel Fitwi wurde als zweitbester deutscher Läufer Neunter. Titelverteidiger Ringer Zehnter. Sie durften sich gemeinsam mit Petros über Silber in der Teamwertung freuen, hinter Israel und vor Frankreich.
»Diese Strecke war furchtbar. Es tut überall weh. Ich glaube, ich muss jetzt gleich zum Physio. Die Gelenke tun richtig weh«, sagte Petros nach seinem Gold-Coup in der ARD. Die hügelige und kurvige Strecke sei eine »riesengroße Herausforderung« gewesen, sagte der glückliche Sieger, der sich auf 2500 Meter Höhe in Kenia vorbereitet hatte. Petros holte die fünfte deutsche Goldmedaille bei der EM in Großbritannien.
Amanal Petros beim Zieleinlauf
Foto: Paul Ellis / AFPNach Ringer ist Petros erst der zweite deutsche Europameister im Marathon. Der aus Äthiopien geflüchtete Läufer hatte bei der WM in Tokio vor knapp einem Jahr Silber gewonnen. Bei der EM ließ er der Konkurrenz nach seiner Tempoverschärfung keine Chance mehr. Vor vier Jahren in München war Petros Vierter geworden.
Bei den Frauen gewann die Finnin Alisa Vainio in 2:22:26 Stunden. Beste Deutsche war Laura Hottenrott als 16. (2:31:15). In der Teamwertung kam die DLV-Auswahl nicht unter die ersten drei.
