Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister:
»Ich bin Bärbel Bas dankbar für das, was sie an der Spitze der Partei und an der Spitze unseres Landes geleistet hat. Sie hat Verantwortung übernommen in schwierigen Zeiten. Und ich bin ihr auch dankbar für die gemeinsame Zusammenarbeit, die wir hatten. Eine Politikerin, die in Zeiten des persönlichen Leids und der persönlichen Trauer politischen Angriffen ausgesetzt ist. Das ist unanständig. Ich will es für mich in aller Klarheit sagen: Das ist unanständig und niemand in unserem Land sollte das ertragen müssen. Das vergiftet den politischen Diskurs.«
Christian Teevs, SPIEGEL:
»Der Rücktritt von Bärbel Bas ist eine schwere Belastungsprobe für diese Koalition, die ja ohnehin in großen Problemen steckt. Es geht nicht voran mit den Reformen, der Kanzler und der Vizekanzler stehen schwer in der Kritik, die Unzufriedenheit mit ihnen ist groß. Bärbel Bas hat ja jetzt aus persönlichen Gründen, ein Todesfall in der Familie, ihren Rückzug erklärt. Aber, das auch verbunden zugleich noch mit einer Kritik am Koalitionspartner und da von Kritik aus der Union gesprochen, und das ist natürlich ein Zeichen dafür, wie schwer das Misstrauen auch wirkt in dieser Koalition.
Vor allen Dingen Merz und Klingbeil müssen schleunigst einen Weg miteinander finden, wie sie nicht nur die Reformen, also technisch jetzt Gesetze beschließen, sondern auch, wie sie zurückkommen zu einer Kultur, dass sie einander vertrauen und einander auch etwas gönnen. Und das sehe ich im Moment einfach nicht.
Im Moment ist es wirklich von Misstrauen geprägt. Es ist ein schwerer Vertrauensverlust, auch der wichtigsten Akteure untereinander. Dieses Vertrauen müssten sie erst mal wieder aufbauen. Ansonsten ist schwer vorstellbar, dass diese Koalition in dieser Besetzung noch wirklich lange hält.«