Bei der Batterie- und Stahlproduktion sind Arbeitnehmer auch in der EU immer noch regelmäßig krebserregenden Stoffen ausgesetzt. Der Schutz, insbesondere vor Lungenkrebs, soll nun nach dem Willen des EU-Parlaments verbessert werden. Dazu hat das Parlament für eine Verschärfung der Grenzwerte für mehrere Chemikalien gestimmt.
Neue Grenzwerte gelten unter anderem für Kobaltverbindungen, die etwa bei der Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge verwendet werden. Laut EU-Kommission sind davon 113.000 Arbeitnehmer betroffen. Kobalt gilt als krebserregend und teils als erbgutverändernd.
Auch für Kohlenwasserstoffe aus der Metallproduktion und für 1,4-Dioxan, das in der Chemie- und Textilindustrie eingesetzt wird, gelten künftig geringere Grenzwerte. Diese legen fest, wie stark Arbeitnehmer den jeweiligen Stoffen während einer achtstündigen Schicht ausgesetzt sein dürfen.
Die Abgeordneten bestätigten damit einen Kompromiss, auf den sich das Parlament bereits im Juni mit Verhandlern der Mitgliedsstaaten geeinigt hatte. Die neuen Regeln sollen in den kommenden 40 Jahren rund 1700 Fälle von Lungenkrebs und 19.000 andere Erkrankungen verhindern.
Auf Seiten der Industrie sind nun sechs Jahre Zeit für die Anpassung. In dieser Übergangszeit gelten höhere Grenzwerte. Auch eine offiziell Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten steht noch aus. Nach dem vorherigen Kompromiss, gilt diese Zustimmung als Formalie. Nach Inkrafttreten der Richtlinie haben sie dann zwei Jahre Zeit, die Regeln in nationales Recht umzusetzen. Für einige Grenzwerte gelten längere Übergangsfristen.
Krebs ist nach Angaben des Parlaments die häufigste Ursache für arbeitsbedingte Todesfälle in der EU. Jährlich sterben der EU zufolge schätzungsweise 80.000 Menschen an den Folgen von Kontakt zu krebserregenden Stoffen am Arbeitsplatz.
