SpOn 18.09.2026
11:16 Uhr

Konjunkturprognose: Industrie rechnet mit stärkerem Wachstum


Der Bundesverband der Deutschen Industrie blickt deutlich optimistischer auf die Konjunktur als bisher. Noch dieses Jahr traut er der deutschen Wirtschaft ein Wachstum von einem Prozent zu.

Konjunkturprognose: Industrie rechnet mit stärkerem Wachstum

Der Industrieverband BDI traut der deutschen Wirtschaft wieder deutlich mehr Wachstum zu. »Die Wachstumsaussichten für ​Deutschland hellen sich auf«, sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner. Dieses ‌Jahr wird nun mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von einem Prozent gerechnet. Im Juni hatte der Verband seine Prognose noch auf 0,4 Prozent gesenkt.

Gönner verwies auf ein starkes Geschäft mit ​europäischen Partnern. Dies gebe Rückenwind. Der BDI folgt damit zahlreichen Wirtschaftsforschungsinstituten, ⁠die ⁠zum Teil noch mehr Dynamik erwarten. Zum Monatswechsel hatte etwa das Ifo-Institut seine Prognose auf 1,4 Prozent erhöht, das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) geht von plus 1,3 Prozent aus, genauso wie das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet 1,2 Prozent.

Industrie mahnt Strukturreformen an

Sollte es so kommen, könnten das die kräftigsten BIP-Zuwächse seit vier Jahren werden. Haupttreiber sind derzeit staatliche Impulse, etwa durch die schuldenfinanzierten Investitionen in die Infrastruktur und ‌die Bundeswehr. Im ersten Halbjahr sind ​die privaten Ausrüstungsinvestitionen ‌nur um 0,8 Prozent gestiegen, die staatlichen dagegen um 3,6 Prozent.

Gönner sagte allerdings auch, der positive Eindruck täusche etwas. »Von einem breiten industriellen Aufschwung kann noch ‌keine Rede sein.« Die Industrieproduktion im zweiten Quartal habe 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Die Kapazitätsauslastung liege ‌mit 78 Prozent immer ​noch um ‌fünf Prozent unter dem langjährigen Mittel.

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Der BDI ‌forderte ​die Bundesregierung auf, die angekündigten Reformen umzusetzen. »Ohne Strukturreformen, die Wettbewerbsnachteile abbauen und das Wachstumspotenzial dauerhaft ​stärken, gibt ⁠es kein langfristiges Wachstum.« Zu den großen strukturellen Problemen der deutschen Wirtschaft zählen traditionell die hohen Energiepreise sowie zu viel Bürokratie.

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apr/Reuters