SpOn 02.06.2026
12:50 Uhr

KI: Wie der Support-Chatbot von Meta Angreifern fremde Accounts öffnete


Metas KI-Chatbot hat sich als allzu hilfreich erwiesen: Fremde konnten ihn austricksen, um die Kontrolle über prominente Instagram-Accounts zu erlangen. Und dafür brauchte es kein komplexes IT-Wissen.

KI: Wie der Support-Chatbot von Meta Angreifern fremde Accounts öffnete

Mit wenig Aufwand oder Hacker-Skills konnten Nutzer Metas eigene KI verwenden, um Instagram-Konten zu übernehmen. Gehackt wurden etwa Accounts auf Instagram wie der des Weißen Hauses unter Barack Obama , der eines hochrangigen Offiziers der US-Weltraumstreitkräfte , John F. Bentivegna, oder des Beauty-Unternehmens Sephora . Meta hat versichert, dass es die betroffenen Konten inzwischen gesichert, die Inhalte der Hacker entfernt und die Sicherheitslücke behoben habe.

Wie »404 Media« aufgedeckt hat , haben Nutzer in den vergangenen Tagen in Hacker-Gruppen auf Telegram Schritt-für-Schritt-Anleitungen geteilt. Die Methode klingt fast zu einfach, um glaubhaft zu sein: Die Angreifer mussten demnach lediglich den KI-Support-Bot von Meta bitten, die entsprechenden Konten mit einer neuen E-Mail-Adresse zu verknüpfen, um den Account zu übernehmen.

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In einem Video, das auf X geteilt wurde , sieht man, wie der KI-Bot die Anweisung befolgte und einen Verifizierungscode an die neu angegebene E-Mail-Adresse schickte. Mit diesem Code konnten die Angreifer dann den jeweiligen Account übernehmen und den eigentlichen Inhaber aussperren. Einzige Voraussetzung: Ausländische Hacker mussten ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) nutzen, um vorzugeben, in derselben Region wie die Zielperson zu sein.

Auf seiner Website schreibt Meta über den Chatbot : »Im Gegensatz zu herkömmlichen Hilfebereichen, die dich nur auf Artikel verweisen, kann dieser Assistent dich anleiten, konkrete Maßnahmen zu ergreifen – zum Beispiel dein Passwort zurückzusetzen oder problematische Inhalte zu melden.« Augenscheinlich beließ es das Programm nicht dabei, sondern umging bestehende Sicherheitsmechanismen.

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Wer genau hinter den Angriffen steckte, ist nicht bekannt. Allerdings veröffentlichten die Hacker auf dem Instagram-Account von Bentivegna, dem Chief Master Sergeant of the Space Force, proiranische und antiamerikanische Propagandabeiträge. Bentivegna teilte dazu auf seinem Facebook-Account eine Stellungnahme, in der er davor warnte, mit den Inhalten zu interagieren, und schrieb: »Erfahrungen wie diese machen deutlich, dass Cybersicherheit nicht nur ein Thema für Unternehmen ist, sondern etwas, womit wir alle in unserem Alltag zu tun haben.«

Auch auf dem Instagram-Account des Weißen Hauses unter US-Präsident Obama wurden iranische Propaganda-Posts verbreitet. Der letzte Post des Kontos zuvor stammte von 2017, vor Donald Trumps erster Amtsübernahme.

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Auf X widersprach Meta-Sprecher Andy Stone einer mittlerweile gelöschten Behauptung, dass »im Grunde alle Direktnachrichten von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt veröffentlicht wurden«. Stone betonte, dass das Problem nun behoben sei.

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Der Vorfall zeigt das Risiko, das damit verbunden ist, wenn Unternehmen ihren Support an künstliche Intelligenz auslagern. Meta hatte im März angekündigt, den KI-Support auf alle Konten bei Facebook und Instagram auszuweiten.

kim