SpOn 18.03.2026
22:43 Uhr

Jerome Powell: US-Notenbankchef könnte länger im Amt bleiben als von Trump gewünscht


Donald Trump will, dass Fed-Chef Jerome Powell Mitte März seinen Posten räumt. Nun hat dieser sich dazu geäußert: Er könnte gegen den Wunsch des Präsidenten länger an der Spitze der Notenbank bleiben als geplant.

Jerome Powell: US-Notenbankchef könnte länger im Amt bleiben als von Trump gewünscht

Der US-Präsident will den US-Notenbankchef Jerome Powell loswerden – aber nun könnten gerade die von Donald Trump angestoßenen Ermittlungen gegen Powell dazu führen, dass dieser länger im Amt bleibt. »Sollte mein Nachfolger bis zum Ende meiner Amtszeit als Vorsitzender nicht bestätigt sein, würde ich als kommissarischer Vorsitzender amtieren«, sagte Powell am Mittwoch nach der Fed-Sitzung in Washington. Das sehe das Gesetz vor.

Trump hatte den 73-jährigen Powell unter anderem als »Schwachkopf« und »Verlierer« beschimpft, weil er keine so deutliche Leitzinssenkung herbeiführt, wie der Präsident es fordert. Als neuen Fed-Chef hat Trump den früheren US-Zentralbankgouverneur Kevin Warsh  nominiert. Er soll Powells Nachfolge nach dem 15. Mai antreten, wenn die Amtszeit des bisherigen Notenbankchefs regulär endet.

Republikanischer Senator kritisiert Trump

Allerdings muss der US-Senat Warsh noch bestätigen – und diese Entscheidung liegt auf Eis. Hintergrund sind die von Trump selbst angestoßenen Justizermittlungen gegen Powell wegen angeblich massiv überhöhter Kosten bei der Renovierung des Fed-Gebäudes in Washington.

Der republikanische Senator Thom Tillis wirft Trump vor, damit die Unabhängigkeit der Fed zu untergraben und weigert sich, der Personalie Warsh zuzustimmen, solange die Ermittlungen laufen. Ohne Tillis' Stimme hat Trumps Wunschkandidat aber wenig Chancen. Nach geltenden Regeln bliebe Powell dann über Mitte Mai hinaus an der Fed-Spitze.

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Ein US-Bundesrichter hatte die Justizermittlungen gegen Powell zwar in der vergangenen Woche vorerst gestoppt. Die Trump-Regierung will gegen die Entscheidung aber nach übereinstimmenden Medienberichten in Berufung gehen. Dadurch würde sich auch die mögliche Bestätigung Warshs weiter verzögern.

Selbst wenn Trumps Wunschkandidat an die Spitze der Notenbank tritt, gehört Powell dem siebenköpfigen Fed-Vorstand regulär noch bis Anfang 2028 an. »Ich habe nicht die Absicht, aus dem Vorstand auszuscheiden, bis die Untersuchung nicht vollständig und transparent abgeschlossen ist«, stellte Powell nun klar.

fwu/AFP