Ein Raketenangriff auf ein jemenitisches Handelsschiff hat nach offiziellen Angaben sechs Menschen getötet. Laut der Küstenwache sind zehn weitere Menschen verletzt worden. Bei den Getöteten handelt es sich demnach um vier Besatzungsmitglieder: drei Pakistaner und einen Indonesier. Hinzu kommen zwei Soldaten, die Teil eines Rettungsteams waren.
Der Angriff soll das Schiff in der für den internationalen Handel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab getroffen haben. Das jemenitische Verkehrsministerium machte die Huthi-Miliz für den Angriff verantwortlich. Das Ministerium forderte die internationale Gemeinschaft und zuständige Organisationen auf, Maßnahmen zum Schutz der Schifffahrt und der Besatzungen im Roten Meer, in der Meerenge Bab al-Mandab und im Golf von Aden zu ergreifen.
Lebensmitteltransport? Huthis widersprechen
Das Schiff »Tahama«, das Lebensmittel geladen habe, sei Regierungsangaben zufolge am Morgen während der Fahrt durch die strategisch wichtige Meerenge von drei ballistischen Raketen getroffen worden. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen. Als Rettungskräfte versuchten Verletzte zu evakuieren, sei eine weitere Rakete auf das Schiff abgefeuert worden, hieß es.
Medien der Huthis bestätigten einen Angriff vor der jemenitischen Küste. Demnach transportierte das Schiff saudi-arabisches Militärausrüstung. Eine offizielle Stellungnahme der Huthis selbst gab es zunächst nicht.
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthis im Jemen hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Die Huthis hatten Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Seither griff sie nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an.
Die saudische Regierung unterstützt die jemenitische Regierung. Die Huthis sind mit dem iranischen Regime verbündet.
Die Lage am Roten Meer erhält angesichts der durch den Irankrieg weitgehend blockierten Straße von Hormus eine besondere Bedeutung. Bab al-Mandab gilt nämlich als Alternative zur wichtigen Handelsroute im Persischen Golf. Als Folge der Huthi-Bedrohung querten bereits Ende Juli weniger Handelsschiffe die Meerenge, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Das belastet die Energiemärkte zusätzlich. Mehr dazu lesen Sie hier .
