Rund anderthalb Wochen nach dem tödlichen Angriff auf den Militärchef der Hamas im Gazastreifen hat Israel nach Regierungsangaben auch dessen Nachfolger getötet. Der Angriff habe sich gegen Mohammed Odeh gerichtet, »den neuen Kommandeur des Flügels der Hamas-Terrororganisation und einen der Architekten des Massakers vom 7. Oktober«, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz.
Bei dem Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation und ihrer Verbündeten am 7. Oktober 2023 war Odeh der Erklärung zufolge Chef des Hamas-Geheimdienstes. Vor gut einer Woche wurde er zum Nachfolger von Izz al-Din al-Haddad ernannt, der wenige Tage zuvor bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet worden war. Odeh soll verantwortlich gewesen sein für die Ermordung, Entführung und Verletzung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten.
Bislang keine Bestätigung der Hamas
»Wir werden weiterhin alle verfolgen, die an dem Massaker vom 7. Oktober beteiligt waren«, erklärten Netanyahu und Katz. »Früher oder später wird Israel sie alle zur Rechenschaft ziehen.«
Die Hamas bestätigte Odehs Tod zunächst nicht. Aus Hamas-nahen Kreisen hieß es, nach einem intensiven israelischen Beschuss im Westen der Stadt Gaza gebe es »keine Informationen über das Ziel«. Doch »das Ausmaß und die Intensität des Angriffs« hätten Spekulationen genährt, dass das Ziel Mohammed Odeh gewesen sei. Die der islamistischen Palästinenserorganisation unterstehende Zivilschutzbehörde im Gazastreifen sprach von drei Toten und 20 Verletzten bei einem israelischen Luftangriff im Viertel Rimal im Westen der Stadt Gaza.
Am 7. Oktober 2023 waren Kämpfer der Hamas und ihre Verbündeten vom Gazastreifen aus nach Israel eingedrungen. Bei Massakern im Süden des Landes töteten sie mehr als 1220 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Palästinenser getötet.
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Israels Regierungschef Netanyahu hatte das Ziel ausgegeben, alle Verantwortlichen für den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 aufzuspüren. Israels Armee und die Geheimdienste töteten unter anderem Yahya Sinwar, der als einer der wichtigsten Drahtzieher des Angriffs vom 7. Oktober galt – mehr dazu hier . Auch der langjährige Kommandeur des bewaffneten Hamas-Arms, Mohammed Deif, wurde getötet. Der frühere Chef des Hamas-Politbüros, Ismail Haniyyeh, wurde in Teheran getötet.
Israelische Angriffe richteten sich zudem gegen Hamas-Funktionäre im Libanon sowie gegen ranghohe Kommandeure der mit der Hamas und Iran verbündeten Hisbollah-Miliz, darunter der frühere Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah.
