SpOn 19.09.2026
10:19 Uhr

Iran richtet offenbar Mann wegen Spionage hin


Nicht erst seit Beginn des Irankriegs wendet das Regime in Teheran rigoros die Todesstrafe an. Nun laut Berichten gegen einen Mann, der für den Mossad spioniert haben soll.

Iran richtet offenbar Mann wegen Spionage hin

In Iran ist ein Mann wegen angeblicher Spionage hingerichtet worden. Hossein Pedaran habe Informationen über iranische Raketenstellungen an den israelischen Geheimdienst Mossad weitergegeben, heißt es im Justizportal »Misan«. Details zur Festnahme und zum Prozess gibt es nicht. Den Angaben zufolge habe es sich um sensible Militärstandorte in der zentraliranischen Provinz Isfahan während des zwölftägigen Kriegs im Juni 2025 gehandelt. Der Mann habe angeblich aus finanziellen Gründen spioniert.

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Menschenrechtsgruppen weisen seit Jahren auf die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran hin und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung.

Meiste Todesurteile nach China

Menschenrechtsorganisationen zufolge ist Iran nach China das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Seit Beginn des Irankriegs hat die Zahl der Hinrichtungen weiter zugenommen.

Doch bereits vor dem Krieg ging das iranische Regime hart gegen Oppositionelle und Demonstranten vor. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2159 Menschen in Iran hingerichtet, der höchste seit 1981 verzeichnete Wert.

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In Iran nehmen seit dem Tod der 22 Jahre alten Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 viele Menschen an landesweiten Protesten teil. Amini war wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Kleiderordnung festgenommen worden und starb in Polizeigewahrsam.

Im Zuge der Proteste war auch Ali Sarei verletzt worden. Der iranische Regierungsgegner erblindete teils, seine medizinische Behandlung vollzog er in Deutschland. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Anfang September mitteilte, sei Sarei unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Iran festgenommen und zum Tode verurteilt worden. Sarei sei demnach »aus persönlichen Gründen« in sein Heimatland zurückgekehrt.

Wie die Protestbewegung in Iran entstanden ist, lesen Sie hier .

hba/dpa/AFP