SpOn 08.05.2026
15:50 Uhr

Iran-Krieg: Iran stoppt offenbar mit US-Sanktionen belegten Öltanker


Die iranische Armee will ein Schiff beschlagnahmt haben, das angeblich iranisches Öl geladen hat. Während die USA auf Verhandlungen warten, wirft Iran den Vereinigten Staaten Einschüchterung vor.

Iran-Krieg: Iran stoppt offenbar mit US-Sanktionen belegten Öltanker

Iran hat nach Armeeangaben einen mit US-Sanktionen belegten Tanker mit iranischem Öl an seine Küste zurückgebracht. Der Tanker »Ocean Koi« habe versucht, die iranischen Ölexporte »zu schädigen und zu stören«, hieß es in einer Mitteilung der Armee, die am Freitag vom Staatsfernsehen verbreitet wurde. Das Schiff sei an die Südküste Irans umgeleitet worden.

Der Grund für die Aktion im Golf von Oman war unklar, nähere Angaben wurden nicht gemacht. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte ein Video, das die Beschlagnahmung des Tankers zeigen soll. Zu sehen ist laut der Nachrichtenagentur AFP, wie iranische Streitkräfte dem Schiff nachts in kleinen Booten folgen und es mithilfe einer Leiter entern, ehe es zurück in iranische Gewässer gebracht wird. Die Armee schrieb, der Tanker sei nach seiner Rückkehr in iranische Gewässer den Justizbehörden übergeben worden.

Das US-Finanzministerium hatte im Februar Sanktionen gegen den unter der Flagge von Barbados fahrenden Tanker verhängt. Den Angaben aus Washington zufolge ist das Schiff seit 2020 Teil der iranischen »Schattenflotte«, ein Netzwerk von Schiffen, die zum Transport von Öl unter Umgehung von Sanktionen genutzt werden sollen.

In der Nacht war es zwischen den Vereinigten Staaten und Iran erneut zu militärischen Spannungen gekommen: Die USA hatten Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen. Iran hatte drei US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Beide Seiten widersprechen sich bei der Reihenfolge der jeweiligen Angriffe.

USA erwarten Teherans Antwort auf Vorschlag zu Kriegsende

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi warf den Vereinigten Staaten vor, eine Verhandlungslösung zu torpedieren. »Immer wenn eine diplomatische Lösung auf dem Tisch liegt, entscheiden sich die USA für leichtsinnige militärische Abenteuer. Ist das eine plumpe Einschüchterungstaktik?«, schrieb Abbas Araghchi auf X.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA würden auf eine Reaktion auf ihren Vorschlag zur Beendigung des Krieges warten. »Wir erwarten heute irgendwann eine Antwort von ihnen«, sagte er. »Die Hoffnung ist, dass es etwas ist, das uns in einen ernsthaften Verhandlungsprozess führen kann.«

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Derzeit wartet das Weiße Haus laut Medienberichten auf eine Reaktion Irans auf eine Absichtserklärung, die eine Seite lang ist und 14 Punkte enthält. Ziel ist es dabei unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert wird demnach, die US-Sanktionen zu lockern und die Zukunft der Straße von Hormus zu klären. Zudem soll eine Grundlage dafür entstehen, über Irans umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln.

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ast/dpa/AFP