Das iranische Regime hat erneut zwei Männer im Kontext der Massenproteste vom Winter hingerichtet. Ihnen sei zur Last gelegt worden, an der Ermordung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtet die mit der iranischen Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan .
Die beiden waren für schuldig befunden worden, am 8. Januar »Polizeibeamte mit Macheten und Messern angegriffen, sie an Verkehrsschilder gefesselt, über den Boden geschleift, mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt« zu haben. Misan zufolge waren sie unter anderem wegen »Korruption auf Erden« und »Krieges gegen Gott« angeklagt worden.
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtet, die Verurteilten seien auf einem Platz in der Stadt Malekschahr in der zentralen Provinz Isfahan öffentlich gehängt worden.
Mindestens 27 Männer wegen Protesten exekutiert
Die iranische Justiz hat bislang mindestens 27 Männer im Kontext der Proteste hingerichtet. Im Winter waren Demonstrationen wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen. Diese entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen, Tausende Demonstranten wurden getötet .
Teheran räumte ein, dass es mehr als 3000 Tote gegeben habe, und führte die Gewalt auf von den USA und Israel gesteuerte »Terrorakte« zurück – ein Versuch, die gewaltsame Repression zu relativieren. Ausländische Menschenrechtsorganisationen sprachen dagegen von einer staatlichen Niederschlagung der Proteste.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2159 Menschen in Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981.
Auch im Kontext des Irankriegs wurden Todesurteile gegen mutmaßliche Spione und politische Gefangene vollstreckt. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen ist Iran nach China das Land, in dem die Todesstrafe am häufigsten vollstreckt wird.

