SpOn 30.04.2026
02:51 Uhr

Iran: Uno zählt 21 Hinrichtungen seit Kriegsbeginn


Teheran verhaftet, foltert und exekutiert. Erst im März wurde ein 19-jähriger Ringer-Nachwuchsstar hingerichtet. Der Uno-Menschenrechtskommissar kritisiert die Todesurteile in Iran nun mit deutlichen Worten.

Iran: Uno zählt 21 Hinrichtungen seit Kriegsbeginn

Iran hat seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel vor zwei Monaten ​mindestens 21 Todesurteile vollstreckt und mehr als 3600 Personen wegen Vorwürfen der Gefährdung der ‌nationalen Sicherheit festgenommen. Das teilte Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk mit.

Mindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten im Januar exekutiert worden, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.

»Ich bin entsetzt, dass ​die Rechte des iranischen Volkes zusätzlich zu den ohnehin schweren Auswirkungen des ⁠Konflikts weiterhin ⁠auf harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden«, erklärte Türk. Er forderte die iranischen Behörden auf, alle weiteren Hinrichtungen zu ‌stoppen und willkürlich Inhaftierte freizulassen.

Leistungssportler exekutiert

Zu den kürzlich Hingerichteten gehört auch der 19-jähriger Kampfsportler Saleh Mohammadi. Er war iranischer Jugendmeister im Ringen und 2024 Mitglied des iranischen U-19-Kaders. Mohammadi vertrat die Islamische Republik bei internationalen Wettkämpfen und wurde von Beobachtern als aufsteigendes Ringer-Talent beschrieben. Ihm wurde vorgeworfen, für den Tod von zwei Sicherheitskräften verantwortlich zu sein – mehr dazu hier .

Bei den regierungsfeindlichen Protesten im ​Januar hatten ‌die iranischen Behörden Tausende Menschen getötet – es waren die schwersten innenpolitischen Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979.

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Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights wurden insgesamt mindestens ‌3646 Menschen festgenommen , davon mindestens 767 nach Beginn eines Waffenstillstands am 8. April. Viele der Inhaftierten seien verschwunden, gefoltert oder anderweitig ‌misshandelt worden, sagte Türk. ​

Unter den Gefangenen befinde ‌sich auch die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh. Der Gesundheitszustand der ‌Friedensnobelpreisträgerin ​Narges Mohammadi habe sich nach einem Herzinfarkt verschlechtert. Im Chabahar-Gefängnis im Südosten Irans hätten ​Sicherheitskräfte mindestens fünf Menschen ⁠getötet, als diese gegen ausbleibende Essenslieferungen ​protestiert ​hätten.

hda/Reuters