SpOn 31.05.2026
22:45 Uhr

Iran: Machtkämpfe in Teheran – Präsident Pezeshkian dementiert Rücktritt


Interne Spannungen, Gerüchte über einen Rücktritt und Debatten über die Machtverteilung: In Teheran wird über die politische Zukunft von Präsident Masoud Pezeshkian spekuliert.

Iran: Machtkämpfe in Teheran – Präsident Pezeshkian dementiert Rücktritt

Irans Präsident Masud Pezeshkian hat Berichte über einen möglichen Rücktritt zurückweisen lassen. Sein Büro erklärt, der Präsident werde seine Arbeit fortsetzen und dem iranischen Volk weiterhin dienen.

Der oppositionelle Nachrichtensender Iran International  hatte zuvor unter Berufung auf eine vermeintliche interne Quelle berichtet, dass Pezeshkian seinen Rücktritt per Brief an den Obersten Führer der Islamischen Republik, Mojtaba Khamenei, eingereicht habe.

Die Spekulationen fallen in eine Phase, in der Beobachter von zunehmenden Spannungen innerhalb der iranischen Führung berichten. Zugleich wird über eine Neuordnung der Machtverhältnisse nach der Ernennung von Mojtaba Khamenei zum Revolutionsführer diskutiert.

Vor diesem Hintergrund wirken die jüngsten Äußerungen des Präsidenten wie ein Versuch, den Spekulationen entgegenzutreten. Laut der Nachrichtenagentur Fars sprach Pezeshkian von der Notwendigkeit eines neuen Politik- und Führungsstils. Die Regierung dürfe sich nicht auf einen kleinen Kreis von Funktionären stützen, sondern müsse Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und die Bevölkerung stärker einbinden.

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An den tatsächlichen Machtverhältnissen in der Islamischen Republik dürfte dies allerdings wenig ändern. Die entscheidenden politischen und sicherheitspolitischen Hebel liegen weiterhin bei den Machtzentralen rund um den Revolutionsführer und die Revolutionswächter.

Beobachter könnten die Reformrhetorik daher auch als Versuch interpretieren, Handlungsfähigkeit und Bürgernähe zu demonstrieren, während gleichzeitig Gerüchte über interne Konflikte und einen möglichen Rücktritt kursieren.

Zudem warb Pezeshkian für mehr Offenheit gegenüber der Bevölkerung und rief erneut zum Energiesparen auf. Ein anhaltend hoher Strom- und Gasverbrauch könne die Industrieproduktion beeinträchtigen, warnte der Präsident.

dtt/dpa