Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen: Der fünfjährige Liam Conejo Ramos wurde im Januar mit seinem Vater von Bundesbeamten der US-Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommen, zehn Tage später wurden die beiden auf Anordnung eines Richters aus einer texanischen Haftanstalt freigelassen. Nun hat ein Richter den Asylantrag der Familie abgelehnt, wie die Nachrichtenagentur AP mit Verweis auf deren Anwältin berichtet.
Demnach sei eine Abschiebung nach Ecuador angeordnet worden. Die Anwälte der Familie legen Berufung ein, hieß es weiter. »Wir sind einfach zutiefst enttäuscht über die fehlgeleitete Entscheidung des Richters«, zitiert AP die Anwältin Danielle Molliver. Sie sagte zudem, dass der Junge wieder in seiner Schule in einem Vorort von Minneapolis sei – doch seien er und sein Vater von ihrer Zeit in Haft schwer mitgenommen.
Kritik an rigorosem Vorgehen
Laut Heimatschutzministerium hatte sich der Einsatz gegen den Vater gerichtet, der aus Ecuador stamme und sich illegal in den USA aufhalten soll. Laut Familienanwalt sei dieser jedoch legal eingereist und habe Asyl beantragt, berichtet AP.
Der Fall des Jungen, der bei einer Razzia in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota mit Spiderman-Rucksack und Hasenohrmütze festgenommen worden war, hatte international für Empörung gesorgt. Kritiker sahen darin einen weiteren Beleg dafür, wie rigoros ICE-Beamte bei ihren Einsätzen als Teil der aggressiven Migrationspolitik der Regierung von Donald Trump vorgehen.
Die Festnahmen und die landesweite Berichterstattung fanden im Zuge eines massiven Einsatzes von Tausenden Einwanderungsbeamten im Großraum Minneapolis statt. In Minnesota wurden dabei zwei Menschen von Grenzschutzkräften erschossen: die 37 Jahre alte Renée Good und der 37 Jahre alte Alex Pretti . Trumps Abschiebepolitik spaltet die USA, Mitte Februar kündigte der Grenzbeauftragte Tom Homan ein Ende der Razzien in Minnesota an.
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