SpOn 22.05.2026
11:15 Uhr

Hendrik Hering: Ex-Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz Hering geht doch nicht zur Lottogesellschaft


Nach zehn Jahren als Landtagspräsident in Mainz sollte Hendrik Hering auf einen neu zu schaffenden zweiten Chefposten bei Lotto Rheinland-Pfalz wechseln. Der SPD-Politiker spricht nun von einem Fehler.

Hendrik Hering: Ex-Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz Hering geht doch nicht zur Lottogesellschaft

Rückzieher nach Kritik: Der langjährige rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) wird doch nicht zweiter Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz. »Es war ein Fehler von mir, dass ich diese Möglichkeit in Betracht gezogen habe«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Mainz.

Hering war zuletzt zehn Jahre lang Präsident des Landtags in Mainz. Nachdem der Posten im neuen Parlament an den CDU-Mann Matthias Lammert ging, sollte Hering auf einen neuen zweiten Chefposten bei der Lottogesellschaft mit Sitz in Koblenz wechseln. Dem hätte der Aufsichtsrat noch zustimmen müssen. Die Personalie sorgte aber schon davor für mächtig Unmut.

Zuletzt nur ein Lotto-Chef

Zuletzt wurde die Lottogesellschaft, deren Hauptgesellschafter das Land Rheinland-Pfalz ist, allein von Jürgen Häfner geführt. Häfner scheidet Ende Mai nach rund zwölf Jahren aus dem Amt aus. Seit 2014 war er nach Angaben der Lottogesellschaft alleiniger Geschäftsführer. Sein Nachfolger soll der langjährige CDU-Fraktionschef Christian Baldauf werden.

Häfner verdiente an der Spitze der Gesellschaft pro Jahr eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich. Einem Wirtschaftsprüfungsbericht zu Lotto Rheinland-Pfalz für 2024 zufolge kam er im Geschäftsjahr 2024 mit einer Grundvergütung und einer erfolgsabhängigen Vergütung auf insgesamt knapp 200.000 Euro.

Der Plan zur Schaffung eines zweiten Chefpostens bei Lotto stieß beim Bund der Steuerzahler im Land sowie bei der Opposition auf harsche Kritik. Hering habe daher entschieden, das Angebot nicht anzunehmen. »Ich war mir der Signalwirkung eines solchen Schrittes in dieser Art nicht bewusst und kann die in diesen Tagen geäußerte Kritik nachvollziehen.«

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»Die Annahme eines solchen Postens würde bei vielen den Eindruck hinterlassen, es gehe um hoch dotiertes ›Postengeschachere‹«, sagte Hering der dpa weiter. »Ich würde mit einem solchen Schritt dazu beitragen, die Verdrossenheit gegenüber der Politik und Politikern in diesen Zeiten weiter zu fördern und Vertrauen zu untergraben.« Das sei das Gegenteil von all jenem, wofür er sich in seiner politischen Laufbahn eingesetzt habe.

aeh/dpa