SpOn 09.05.2026
14:13 Uhr

Hantavirus: Zweiter Verdachtsfall in Spanien – Teneriffa erwartet die »Hondius«


Nach dem Tod einer Frau wird in Spanien ein zweiter Verdachtsfall auf das Hantavirus gemeldet. Die Frau saß mit der später Verstorbenen in einem Flugzeug. Teneriffa bereitet sich unterdessen auf die Ankunft der »Hondius« vor.

Hantavirus: Zweiter Verdachtsfall in Spanien – Teneriffa erwartet die »Hondius«

In Spanien ist eine zweite Frau wegen des Verdachts einer Infektion mit dem Andes-Hantavirus identifiziert worden. Sie habe in der KLM-Maschine gesessen, mit der die später gestorbene Niederländerin nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs »Hondius« Ende April von Johannesburg nach Amsterdam fliegen wollte.

Die betroffene Frau lebe in Katalonien und sei vorsorglich zur Quarantäne in ein Krankenhaus eingewiesen worden, teilte das spanische Gesundheitsministerium am späten Freitagabend auf der Plattform X weiter mit. Sie weise jedoch keine Krankheitssymptome auf.

Zuvor war am Freitag bereits eine Frau in Alicante mit leichten Krankheitssymptomen zur Isolation in ein Krankenhaus gebracht worden, die in demselben KLM-Flugzeug gewesen sei. Sie habe zwei Reihen hinter der am Hantavirus erkrankten Niederländerin gesessen, teilte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Javier Padilla, mit. Sie habe leichten Husten und weise damit mögliche Krankheitssymptome auf. Das Ergebnis möglicher PCR-Tests bei beiden Frauen wurde zunächst nicht bekannt.

Mehr zum Thema

Die erkrankte Niederländerin hatte eine Kreuzfahrt mit der »Hondius« auf St. Helena abgebrochen, nachdem ihr Mann an Bord gestorben war. Am 24. April flog sie mit dem Leichnam nach Südafrika und versuchte am folgenden Tag vergeblich, in die Heimat zurückzukehren. Sie saß bereits mit anderen Passagieren im Flugzeug, wurde aber kurz vor dem Start wegen ihres schlechten Gesundheitszustands aus dem Flugzeug geholt und starb kurz darauf in einem Krankenhaus.

Die spanischen Behörden berichteten noch von einer weiteren Person, die mit demselben Flug gereist sei. Die Südafrikanerin habe eine Woche in Barcelona verbracht und sei anschließend in ihr Heimatland zurückgekehrt, sagte Padilla. Gesundheitsministerin Mónica García schrieb auf X, die Frau sei symptomfrei und habe in Barcelona keinen engen Kontakt zu anderen Menschen gehabt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eine Stewardess des KLM-Fluges von Johannesburg nach Amsterdam, die ebenfalls Kontakt zu der gestorbenen Niederländerin hatte, wurde inzwischen wieder aus einem Krankenhaus entlassen. Sie sei nicht infiziert, teilte das niederländische Gesundheitsministerium mit.

Ankunft am frühen Sonntagmorgen

Das von dem Ausbruch betroffene Schiff soll voraussichtlich am Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ankommen. Die Planungen für die Ankunft, inklusive Untersuchungen und Quarantäne-Prozeduren, würden von verschiedenen Organisationen verantwortet, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie niederländische und spanische Gesundheitsbehörden, teilte der Veranstalter Oceanwide Expeditions am Freitagabend mit.

Am Samstag präzisierten spanische Behörden den Zeitplan und das weitere Vorgehen. So soll die »Hondius« zwischen vier und sechs Uhr morgens anlegen. Laut dem spanischen Gesundheitsministerium sei die Gefahr für die Allgemeinheit gering. Zunächst sollen, so spanische Behörden weiter, spanische Touristen aussteigen können. Angehöriger anderer Nationen sollen das Schiff erst verlassen, wenn entsprechende Evakuierungsflüge in ihre Heimatländer organisiert seien.

Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland und die Niederlande haben laut dem spanischen Innenminister bestätigt, dass sie entsprechende Flugzeuge entsenden werden. Zwei weitere Flugzeuge würden von der Europäischen Union für andere EU-Bürger entsandt. Auch die USA und Großbritannien hätten bestätigt, dass Flugzeuge und Notfallpläne für Nicht-EU-Bürger organisiert würden, deren Länder keine Flugtransporte entsenden könnten, sagte er.

Ebenfalls in Spanien eingetroffen ist offenbar inzwischen der Leiter der Weltgesundheitsorganisation WHO. Tedros Adhanom Ghebreyesus soll sich auf Teneriffa mit Regierungsvertretern treffen, um die Ausschiffung der Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffs zu überwachen.

Ghebreyesus gab an, mit dem Kapitän der "»Hondius«" und einem sich dort aufhaltenden WHO-Mitarbeiter in Kontakt zu stehen. Dieser habe mitgeteilt, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Personen an Bord seien, die Symptome des Hantavirus zeigten.

tgk/rtr/dpa