SpOn 24.09.2026
16:51 Uhr

Hamburg: 13-Jähriger aus Niederlanden sollte »Hells Angels«-Mitglied töten


Ein Konflikt in der Hamburger Unterwelt eskaliert: Ein Clan hat offenbar einen Auftragsmörder aus den Niederlanden auf ein Hells-Angels-Mitglied angesetzt. Die Polizei schnappte den Verdächtigen in Hamburg, er ist erst im Teenageralter.

Hamburg: 13-Jähriger aus Niederlanden sollte »Hells Angels«-Mitglied töten

In Hamburg wurde ein 13-Jähriger aus den Niederlanden als mutmaßlicher Auftragsmörder festgenommen. Der Zugriff der Hamburger Polizei ereignete sich schon vor rund drei Monaten. Hintergrund ist wohl der schwelende Konflikt zwischen der Rockergruppe »Hells Angels« und Mitgliedern des Al-Zein-Clans. Offenbar hat der Al-Zein-Clan in den Niederlanden einen jungen sogenannten Wegwerf-Attentäter aus der Region Amsterdam engagiert.

Die Mutter des Jungen hatte ihn nach Informationen von SPIEGEL TV nach seinem Verschwinden im Juni 2026 als vermisst gemeldet. Sein Bruder hatte zudem einen Hinweis gegeben, dass der 13-Jährige nach Hamburg gefahren sei. Niederländische Medien berichten , ein Bekannter des Jungen hätte gewusst, dass der Junge in Deutschland sei, weil er dort jemandem »ins Bein schießen« müsse. Wer das Ziel ist, blieb demnach unklar. Wie die Amsterdamer Zeitung »Het Parool«  schreibt, soll der Junge über Snapchat von einer 26-jährigen Frau aus Amsterdam angeworben worden sein.

Die Hamburger Polizei folgte einem Hinweis, dass ein junger Attentäter in der Stadt unterwegs sein könnte. Der 13-Jährige wurde im Juni in der Balduinstraße auf St. Pauli festgenommen. Wie niederländische Medien weiter berichten, soll der Junge eine Pistole und mehr als fünfzig Patronen dabeigehabt haben.

Teenager an Niederlande übergeben

Das in Deutschland strafunmündige Kind sei anschließend an die niederländischen Behörden übergeben worden. »Auf Basis bisheriger Ermittlungen gehen wir davon aus, dass das Kind zuvor den Auftrag erhalten hatte, eine Person in Hamburg zu töten«, teilte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, Mia Sperling-Karstens, mit.

Ermittler hatten nach SPIEGEL-TV-Informationen auf dem Telefon des Jungen die Privatadresse eines Hells-Angels-Mitglieds gefunden. Daraus schließen die Ermittler, dass der Hells-Angels-Mann das Anschlagsziel sei. Mit einer Gefährdetenansprache informierten Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg den Mann über das mutmaßlich geplante Attentat. Das mutmaßliche Anschlagsziel wohnt eigentlich in Geesthacht, sitzt derzeit aber in Untersuchungshaft. In seinem Haus wurden mehrere Waffen gefunden.

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Die Behörde ermittele wegen des Verdachts der versuchten Anstiftung zu einem Tötungsdelikt gegen unbekannt. »Wir haben Hinweise darauf, wer das Opfer hätte sein sollen, können zum Schutz der laufenden Ermittlungen dazu aber keine Auskünfte erteilen«, erklärte die Sprecherin gegenüber der dpa weiter. In den Niederlanden beginnt die Strafmündigkeit bereits mit der Vollendung des zwölften Lebensjahres.

Sehen Sie auch eine Sendung zu dem Fall: Das SPIEGEL TV Magazin läuft am Montag, 28. September 2026, um 23.15 Uhr auf RTL.

cmh/esk/dpa