Wenige Wochen vor der Landtagswahl hat die Grünen-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern ihre Vorsitzende verloren: Constanze Oehlrich ist von ihrem Posten zurückgetreten, wie die Fraktion mitteilte.
Ein Mitarbeiter hatte sich im vergangenen Jahr über Oehlrich nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz beschwert, die »Schweriner Volkszeitung« hatte berichtet. Laut Medienberichten, die sich mit dpa-Informationen decken, ging es um den Vorwurf des Machtmissbrauchs. Eine Anwaltskanzlei prüfte den Fall, die Juristen konnten weder einen Verstoß gegen das Gesetz noch ein fehlerhaftes Führungsverhalten feststellen, wie die Fraktion im vergangenen Jahr mitgeteilt hatte . Details wurden nicht bekanntgegeben.
»Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind bereits in einem unabhängigen Verfahren geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden«, ließ sich Oehlrich in einer Mitteilung der Fraktion zitieren. »Ein wiederholtes öffentliches Vorbringen bereits entkräfteter Vorwürfe schafft keinen neuen Sachstand, führt aber zu einer anhaltenden persönlichen Belastung«. Sie bleibe bei der bisherigen Darstellung und Bewertung. »Dieser Schritt ist ausdrücklich keine Bestätigung der gegen mich erhobenen Vorwürfe.«
Oehlrich wurde im April 2024 zur Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Landtag in Schwerin gewählt. Zunächst war sie als Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 20. September nominiert worden. Nach parteiinternen Auseinandersetzungen wurde die Landesliste jedoch neu gewählt. Claudia Müller übernahm die Spitzenkandidatur. Die Partei kämpft um ihren erneuten Einzug in den Landtag, Infratest dimap erwartet aktuell einen Stimmanteil von fünf Prozent für die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.

