SpOn 12.05.2026
13:21 Uhr

Gesundheitssystem: Jeder Dritte ist laut Umfrage mit Versorgung unzufrieden


Fehlendes Vertrauen, lange Wartezeiten, Ärztemangel: Die Deutschen hadern zunehmend mit der medizinischen Versorgung im Land. Und die Mehrheit der Bevölkerung befürchtet, dass sich die Lage verschärfen wird.

Gesundheitssystem: Jeder Dritte ist laut Umfrage mit Versorgung unzufrieden

Das Sparpaket von Nina Warken ist noch nicht beschlossen. Doch schon jetzt gibt es reichlich Widerstand gegen die Pläne der CDU-Gesundheitsministerin. Am Dienstag stellte sich Warken dem Unmut beim Ärztetag in Hannover. Nun zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der DAK Gesundheit, wie heikel die Lage für die Ministerin ist.

Schon jetzt ist die Zufriedenheit der Deutschen mit dem Gesundheitssystem auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Laut DAK beurteilten bis 2022 noch mehr als 80 Prozent der Bürger das Gesundheitswesen positiv. Aktuell seien es nur noch 62 Prozent. Die Zahl der Unzufriedenen habe sich in den vergangenen Jahren verdreifacht, mittlerweile sehe jeder Dritte die Versorgung kritisch.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat vom 18. bis 30. April insgesamt 1015 Menschen ab 16 Jahren befragt. Auch die Reaktionen auf Warkens 16-Milliarden-Euro-Sparpaket wurden in der repräsentativen Umfrage untersucht.

Verschlechtert haben sich die Werte für die stationäre und ambulante Versorgung. Demnach haben nur 33 Prozent der Befragten uneingeschränktes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser. 2022 seien es noch 43 Prozent gewesen.

Kritisiert wird auch der wachsende Ärztemangel. Der Umfrage zufolge ist der Anteil der Bevölkerung, der einen Ärztemangel in der eigenen Region erlebt, seit 2011 von 13 auf 36 Prozent gestiegen. In Ostdeutschland sei mehr als jeder Zweite von dem Problem betroffen. Lange Wartezeiten für einen Arzttermin würden mit 72 Prozent am häufigsten als Grund negativer Erfahrungen genannt.

Dazu kommt: Die Mehrheit der Befragten (59 Prozent) erwartet, dass die Gesundheitsversorgung sich in den kommenden zehn Jahren verschlechtert. Zwei Drittel der Bürger geben an, dass das System umfassend reformiert werden müsse. Allerdings erwarten nur 27 Prozent der Befragten, dass diese Reformen kommen. 54 Prozent sind skeptisch.

Insgesamt wächst die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung: 61 Prozent der Bevölkerung haben keinen guten Eindruck von der Gesundheitspolitik. Das ist laut DAK der schlechteste Wert seit 2009.

Aus Warkens Sparpaket stoßen die Zuckerabgabe und höhere Rabatte, die Pharmahersteller den Kassen gewähren sollen, auf Zustimmung. Dagegen lehnt eine Mehrheit alle Maßnahmen ab, die höhere Kosten oder niedrigere Leistungen bedeuten.

Den größten Widerstand gibt es demnach gegen Kürzungen beim Zahnersatz und höhere Kassenbeiträge. Eine große Mehrheit der Befragten hat keine Hoffnung, dass die Kassenbeiträge stabil bleiben, wie Warken und Kanzler Friedrich Merz es versprechen.

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DAK-Chef Andreas Storm fordert angesichts der Umfrageergebnisse »wirkungsvolle Therapien« im Gesundheitssystem. Die Menschen hätten kein Vertrauen in die Lösungskompetenz der Politik. Er fordert von Warken »eine Kombination aus fairer Lastenverteilung und mutigen Strukturreformen«. Nur so könne die Regierung Vertrauen zurückgewinnen.