SpOn 19.03.2026
13:06 Uhr

Fürth: 27-Jähriger nach tödlichen Schüssen auf Hochzeit zu lebenslanger Haft verurteilt


Bei einer Hochzeitsfeier mit Hunderten Gästen im mittelfränkischen Fürth erschoss ein Mann den Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin. Ein Gericht hat die Tat nun als Mord bewertet.

Fürth: 27-Jähriger nach tödlichen Schüssen auf Hochzeit zu lebenslanger Haft verurteilt

Wegen tödlicher Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth muss ein 27-Jähriger eine lebenslange Haftstrafe verbüßen. Das Landgericht in Nürnberg verurteilte den Franzosen wegen Mordes an dem Vater seiner ehemaligen Lebensgefährtin.

Demnach hatte der Angeklagte vor etwa einem Jahr vor den Augen der zahlreichen Hochzeitsgäste sechsmal auf den 47-Jährigen geschossen. »Er wurde von hinten getroffen und von dem Angriff überrascht«, sagte der Vorsitzende Richter Gregor Zaar. Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus.

Nach den tödlichen Schüssen floh der Verdächtige mit anderen Menschen in zwei Fahrzeugen nach Frankreich, in Straßburg stellt er sich der Polizei. Vor Gericht räumte er später die Schüsse ein, äußerte sich aber nicht weiter zu der Tat.

Die Kammer war überzeugt, dass es sich bei dem Motiv um eine verletzte Familienehre handelte. Zudem habe es einen Streit über Geldforderungen nach der Trennung des Angeklagten und seiner Ex-Verlobten gegeben. Diese ist danach wieder nach Deutschland gezogen. Die beiden Familien hätten sich über Jahre gegenseitig beleidigt und teilweise mit dem Tode bedroht, so der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zur Urteilsverkündung hatte die Kammer die Sicherheitsvorkehrungen im Gericht noch einmal verschärft. Mehrere Polizeibeamte begleiteten den Angeklagten und überwachten zusammen mit Justizbeamten den bis auf den letzten Platz besetzten Gerichtssaal.

Der 27-Jährige war dem Urteil zufolge bei der Tat von seinem Vater und zwei Brüdern begleitet und unterstützt worden. Diese sind inzwischen wegen gemeinschaftlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll nach Angaben einer Justizsprecherin am 28. April am Landgericht in Nürnberg starten.

kim/dpa