Landesweiter Schülerprotest: In ganz Frankreich gehen am Dienstag Schülerinnen und Schüler auf die Straßen. Es ist der Höhepunkt einer Protestwelle, die seit Tagen andauert. Überfüllte Klassen, marode Schulen, fehlende Lehrer und eine intransparente Vergabe der Studienplätze, das sind ihre Schmerzpunkte.
Roberta, Schülerin:
»An manchen öffentlichen Gymnasien gibt es Ratten, bei Regen tropft Wasser herein, und während des Unterrichts fällt die Decke auf die Schüler herab. Und diese Zustände sind einfach inakzeptabel, wenn wir unter guten Bedingungen lernen wollen.«
Elliott, Schüler:
»Ich glaube, die Spannungen werden zunehmen, wir werden hier keineswegs aufhören. Denn heute sind viele Menschen wirklich mobilisiert, auch solche, die normalerweise nicht besonders politisch sind. Deshalb glaube ich, dass die Spannungen zunehmen werden, und irgendwann wird es zu einer Explosion kommen. Genau das brauchen wir eigentlich.«
In den vergangenen Tagen war es bereits zu teilweise gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Menschenrechtsgruppen werfen der Polizei vor, bei ihrem Vorgehen gegen Minderjährige unverhältnismäßige Gewalt anzuwenden. Ein 15-jähriger Schüler verlor eine Hand durch eine Polizeigranate. Ein anderer erlitt schwerste Verletzungen im Gesicht, nachdem ein Polizist aus kurzer Entfernung eine Tränengasgranate auf ihn abfeuerte.