SpOn 07.08.2026
20:48 Uhr

Flughafen Leipzig: Russland weist Verantwortung für Drohnenvorfall zurück


Offiziell wurde Russland bisher nichts vorgeworfen, trotzdem reagiert Moskaus Vertretung in Berlin nun auf den Drohnenfund am Flughafen in Leipzig: Der Vorfall sei eine »Provokation« und werde genutzt, um Stimmung zu machen.

Flughafen Leipzig: Russland weist Verantwortung für Drohnenvorfall zurück

Russland hat jegliche Verantwortung für die Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen in scharfem Ton von sich gewiesen. Die russische Botschaft in Berlin zeigte sich in einer Erklärung  »besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland«. Bei den Mutmaßungen über einen russischen Anschlagsversuch handle es sich um eine »fingierte Provokation, die nur den Interessen des Kyjiwer Regimes und des militaristischen Flügels des europäischen Polit-Establishments dient«, wird in der auf Russisch veröffentlichten Erklärung behauptet.

Demnach sieht die Botschaft hinter dem hybriden Angriff die Ukraine, der es an Waffen fehle. Die Ukraine und die Regierungen in Europa bräuchten Argumente, um weiter »unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes fließen« zu lassen, heißt es in der Stellungnahme weiter. Seit viereinhalb Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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Der Fall der von einem Busfahrer entdeckten Drohne mit einem nicht intakten Zünder werde als hybrider Angriff präsentiert, um Stimmung gegen Moskau in den Medien zu schüren, behauptet die russische Botschaft weiter. Schon jetzt gebe es Politiker, die von einem kriegsauslösenden Akt gegen Deutschland und die Nato und von der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen seitens Berlins sprächen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hielt sich bisher mit Mutmaßungen zu weiteren Hintergründen zurück . Den naheliegenden Verdacht, Russland könne als Drahtzieher hinter der Aktion stecken, ließ der Innenminister unerwähnt. Er schließt die Verwicklung »fremder Mächte« lediglich nicht aus.

Ukrainische Antonow-Maschine auf dem Flughafen Leipzig/Halle

Ukrainische Antonow-Maschine auf dem Flughafen Leipzig/Halle

Foto:

Hendrik Schmidt / dpa

Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine deutliche Steigerung von hybriden Bedrohungen für Deutschland verzeichnet. Diese gingen nicht ausschließlich, jedoch vor allem von Russland aus, heißt es in einem vertraulichen Papier , das dem SPIEGEL vorliegt und über das er bereits im vergangenen November berichtete.

Die Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen versetzt Behörden und Politik in Alarmbereitschaft. Kann Deutschland den Bündnisfall ausrufen? Und was macht der Nationale Sicherheitsrat? Lesen Sie hier einen Überblick .

svs/AFP/dpa