SpOn 04.10.2026
07:49 Uhr

Flucht und Migration in die EU: Asylanträge in Europa gehen um fast ein Viertel zurück


Immer weniger Menschen suchen laut neuesten Zahlen Asyl in Europa. Deutschland fällt als Zielland auf den dritten Platz zurück, vor allem Geflüchtete aus der Ukraine ziehen andere Staaten vor.

Flucht und Migration in die EU: Asylanträge in Europa gehen um fast ein Viertel zurück

In Europa insgesamt werden weniger Asylanträge gestellt, und auch in Deutschland beantragen immer weniger Menschen Schutz. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in der Europäischen Union plus Norwegen und der Schweiz 452.969 Schutzanträge registriert, wie aus bisher unveröffentlichten Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) hervorgeht. Das stellt einen Rückgang um 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, als es noch 598.575 Anträge waren.

Die Zahlen stammen aus einem neuen Dokument der EU-Kommission vom 1. Oktober 2026 über die Migrationslage in Europa, über das die »Welt am Sonntag« berichtet.

Deutschland an dritter Stelle

Deutschland liegt demnach als Zielland bei den Asylanträgen in diesem Jahr nur noch an dritter Stelle: Hierzulande wurden laut dem EU-Bericht seit Januar 70.257 Schutzanträge gestellt. Spitzenreiter ist Frankreich mit 98.822 Asylanträgen, gefolgt von Italien mit 78.496 Anträgen. Dahinter kommt Deutschland. Schlusslichter sind Malta mit 294, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit 83 Anträgen.

Meiste Anträge von Menschen aus Afghanistan

Die meisten Antragsteller in Deutschland kamen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres mit 23 Prozent aus Afghanistan, gefolgt von Syrien mit 12 und der Türkei mit 10 Prozent. Mit Blick auf die EU plus Norwegen und die Schweiz kamen die meisten Antragsteller aus Afghanistan (52.361), Venezuela (37.294) und Bangladesch (26.497). 6420 Russen stellten ebenfalls einen Asylantrag.

Insgesamt stellten auch 12.182 Menschen aus der Ukraine einen Asylantrag. Dabei wurden die meisten Schutzanträge von Ukrainern in Frankreich (49 Prozent) gestellt, gefolgt von Polen (13 Prozent), Rumänien (6 Prozent) und Deutschland (5 Prozent).

Leichte Steigerung im September

Im Vergleich zum Vormonat haben in Deutschland im September allerdings mehr Menschen erstmals einen Asylantrag gestellt. Am langfristigen Rückgang der Zahl der Asylsuchenden ändert das aber nichts. Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im vergangenen Monat 5276 Asylerstanträge entgegen. Das sind 40 Prozent weniger als im September vergangenen Jahres und 70 Prozent weniger als im September 2024.

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kah/dpa/AFP