SpOn 27.04.2026
16:08 Uhr

Fifa, Gianni Infantino und der Friedenspreis: Norwegischer Fußballverband unterstützt Beschwerde


Mit der Verleihung des »Peace Price« an US-Präsident Donald Trump hat Fifa-Boss Gianni Infantino massiven Unmut geerntet. Der norwegische Verband hat sich jetzt auf die Seite der Kritiker geschlagen.

Fifa, Gianni Infantino und der Friedenspreis: Norwegischer Fußballverband unterstützt Beschwerde

Der norwegische Fußballverband um Präsidentin Lise Klaveness stellt sich hinter eine Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen Gianni Infantino. »Wir haben das in der Vorstandssitzung behandelt«, sagte Klaveness am Montag vor der Presse. »Wir sind der Ansicht, dass wir dies unterstützen werden, und wir werden ein Schreiben an die Fifa senden und die Ethikkommission bitten, diese Beschwerde zu prüfen.«

Hintergrund ist der neu eingeführte sogenannte Friedenspreis, den Infantino im Rahmen der WM-Auslosung im Dezember 2025 an US-Präsident Donald Trump verliehen hatte. Dem Fifa-Boss wird vorgeworfen, dass er damit gegen die Regeln der politischen Neutralität verstoßen habe. FairSquare hatte kurz nach der Preisverleihung eine offizielle Beschwerde bei der Ethikkommission der Fifa eingereicht – und erhält nun Unterstützung.

Gegen Neutralität verstoßen?

»Es geht darum, dass die Fifa durch ihren Präsidenten gegen die Regeln der politischen Neutralität verstoßen hat, indem sie diesen Friedenspreis verliehen hat. Wir bitten die Ethikkommission, dies zu prüfen«, sagte Klaveness. Der norwegische Verband stehe der generellen Einführung dieses Friedenspreises »kritisch gegenüber. Er hatte keine Verankerung im Fifa-Kongress. Er hat keine Legitimität und liegt eindeutig außerhalb des Mandats der Fifa.« Es sei ein schwerwiegender Verstoß, wenn ein politischer Preis ohne Verankerung eingeführt werde.

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Laut »The Athletic« waren selbst die anderen Vorstandsmitglieder der Fifa völlig überrascht worden von der Verleihung dieses Preises, die Jurymitglieder sind nicht bekannt. FairSquare verweist auf Artikel 15 des Fifa-Ethikkodexes. Die Bestimmung verlangt, dass alle Fifa-Funktionäre gegenüber Behörden, Organisationen und politischen Gruppierungen »politisch neutral bleiben«. Verstöße können sowohl mit Geldstrafen als auch mit einer Sperre von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

aha/sid