SpOn 08.09.2026
12:06 Uhr

Fachkräftemangel: Internationale Studierende bringen deutschem Staat Milliardenüberschuss


Weit mehr internationale Studierende bleiben dauerhaft in Deutschland als bislang geschätzt: Das zeigt ein neues Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Entwicklung hat auch Folgen für die Staatskasse.

Fachkräftemangel: Internationale Studierende bringen deutschem Staat Milliardenüberschuss

Internationale Studierende sind für die deutsche Wirtschaft offenbar ein deutlich größerer Gewinn als bislang angenommen. Das zeigt ein neues Gutachten  des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

Demnach bleibt rund ein Drittel der internationalen Studienanfänger langfristig, also bis zur Rente, in Deutschland. 45 Prozent stehen nach einem erfolgreichen Studienabschluss zunächst als Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Für die Berechnungen wertete das IW erstmals detailliert Daten des amtlichen Mikrozensus aus – bisherige Schätzungen etwa der OECD kamen zu ähnlichen Ergebnissen, beruhten aber auf anderen Daten.

Überschuss von mehr als 23 Milliarden Euro

Daraus ergibt sich laut Studie ein klarer Nutzen für die Staatskasse: Der Jahrgang von knapp 82.000 internationalen Studierenden mit Abschlussabsicht, die 2023 ihr Studium begannen, werde über das gesamte Erwerbsleben hinweg voraussichtlich eine Wertschöpfung von rund 127 Milliarden Euro erwirtschaften. Für die öffentlichen Haushalte bliebe demnach langfristig ein Überschuss von 23,1 Milliarden Euro – die Steuern und Sozialabgaben der Studierenden übersteigen diesen Berechnungen zufolge also die Ausgaben des Staates für sie, etwa für Studienplätze oder Sozialleistungen.

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Bereits zwei Jahre nach dem Studienabschluss zahlten die Absolventen demnach mehr an Steuern und Abgaben, als sie zuvor an staatlichen Leistungen erhalten hätten. Damit liegt der neu berechnete Überschuss am oberen Rand der Szenarien, die das IW bereits 2025 in einer Vorstudie skizziert hatte. Damals war das Institut im mittleren Szenario noch von einem Überschuss von 15,5 Milliarden Euro pro Jahrgang ausgegangen, im günstigsten Fall von 26 Milliarden Euro.

DAAD fordert bessere Rahmenbedingungen

DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee sieht in den Zahlen einen Beleg für die Bedeutung internationaler Studierender für die Fachkräftesicherung in Deutschland. Zugleich betonte er, dass Deutschland attraktive Studienbedingungen und eine gelebte Willkommenskultur schaffen müsse, um internationale Talente überhaupt zu gewinnen und zu halten. Auch das Gutachten selbst benennt als Voraussetzung für den wirtschaftlichen Nutzen einen hohen Studienerfolg und einen möglichst reibungslosen Übergang der Absolventen in den Arbeitsmarkt.

mas