SpOn 28.09.2026
18:23 Uhr

Evonik schlägt BASF-Übernahmeangebot aus


Der Chemieriese BASF aus Ludwigshafen ist mit einer Offerte für den Konkurrenten Evonik abgeblitzt. Eine Schlüsselrolle fällt der RAG-Stiftung als Evonik-Aktionärin zu. Dort im Kuratorium: NRW-Ministerpräsident Wüst.

Evonik schlägt BASF-Übernahmeangebot aus

Der Chemiekonzern Evonik hat ein Übernahmeangebot des Rivalen BASF abgelehnt. Das berichten das »Handelsblatt« und die Nachrichtenagentur Reuters. BASF habe demnach rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von gut 28 Prozent auf den Evonik-Aktienkurs vor ersten Übernahmespekulationen in der vergangenen Woche.

Beide Unternehmen hatten am Freitag Sondierungsgespräche bestätigt. Für BASF wäre eine ‌Übernahme von Evonik einer der größten Zukäufe in der gut 160-jährigen Firmengeschichte. Die bislang ​größten Übernahmen der ‌Ludwigshafener waren der Erwerb der Saatgut- und Herbizidgeschäfte von Bayer im Jahr 2018 für 7,6 Milliarden Euro sowie der Kauf des US-Katalysatorherstellers Engelhard 2006 für 4,8 Milliarden Dollar.

Eine Schlüsselrolle bei einem möglichen Zusammenschluss zwischen Evonik und BASF fällt der RAG-Stiftung zu. Sie hält 43 Prozent an Evonik. Im Kuratorium der Stiftung ist das Land Nordrhein-Westfalen ‌durch Ministerpräsident Hendrik Wüst vertreten.

Das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium verfolge das Übernahmeinteresse sehr aufmerksam, sagte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur nun. »Jede Lösung muss sich daran messen lassen, ob sie den Investitionen an den Standorten in Nordrhein-Westfalen und ‌den Menschen, die dort arbeiten, eine Zukunft gäbe«, ​sagte sie. Die Stiftung selbst wollte sich zu der ‌Offerte nicht äußern.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, der sowohl ‌im Kuratorium der RAG-Stiftung ​als auch im Aufsichtsrat von BASF sitzt, sieht bei einer möglichen Übernahme viele offene Fragen. Ein Kauf eines erfolgreichen Unternehmens durch ein anderes ​werde für Standorte und Beschäftigte nicht allein dadurch zu einer ⁠Zukunftsgeschichte, dass das neue Gebilde größer werde, ​sagte er. Für die Beschäftigten beider Konzerne müsse es Zukunftsperspektiven und Investitionszusagen geben.

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Evonik selbst lehnte eine aktuelle Stellungnahme ab. BASF wollte sich zu dem ​genannten Preis nicht äußern, teilte jedoch mit, dass eine mögliche Übernahme die eigenen Kerngeschäfte stärken und ergänzen würde. Dabei verfolge ⁠das Unternehmen einen disziplinierten ⁠Ansatz: »Unsere Bewertung basiert auf einem Synergiepotenzial, das nur unter Einbindung von Evonik verifiziert werden kann.« Evonik-Aktien stiegen am Montag um bis zu 2,5 Prozent auf 19,85 Euro.

jml/Reuters