SpOn 27.05.2026
08:41 Uhr

Erin Brockovich: US-Umweltaktivistin warnt vor KI-Datenzentren


Sie trug einst dazu bei, einen Skandal um Trinkwasserverschmutzung in Kalifornien aufzudecken. Nun befasst sich Erin Brockovich mit KI-Rechenzentren – wegen des enormen Verbrauchs von Energie und Kühlwasser.

Erin Brockovich: US-Umweltaktivistin warnt vor KI-Datenzentren

Vor einem Vierteljahrhundert wurde Erin Brockovich, 65, durch einen oscarprämierten Film weltweit bekannt – heute warnt die US-Umweltaktivistin vor Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Mit einer von ihr initiierten Bürgerplattform sollen Rechenzentrumsprojekte im ganzen Land erfasst werden.

Brockovich schrieb auf der entsprechenden Website , Technologiekonzerne lieferten sich vielerorts ein »Rennen, um KI-Infrastruktur aufzubauen«. Die Zentren verbrauchten aber enorme Mengen an Energie und Kühlwasser und erhöhten damit die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Auf ihrer Plattform hat Brockovich bisher mehr als 2700 US-Bürgerbeschwerden über existierende oder mögliche Standorte auf einer interaktiven Karte gesammelt. Die Aktivistin spricht sich nicht für einen Baustopp oder ein Verbot von KI-Rechenzentren aus, sie will demnach aber auf »die Notwendigkeit nachhaltiger, sicherer und effizienter Praktiken« hinweisen.

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In vielen Orten der USA machen Gemeinden und gewählte Vertreter mobil, um den Bau neuer Rechenzentren zu regulieren, beschränken oder auch vollständig zu blockieren. Sie sind besorgt über die Auswirkungen der Zentren auf die Strompreise, den Verbrauch fossiler Brennstoffe sowie den Wasserkonsum, Lärm und den entstehenden Abfall. »Ich beobachte euch, wie Ihr, die Gemeinschaften, euch engagiert und eure Stimme erhebt«, schrieb Brockovich.

Die Karte auf der Website zeigt schon im Bau befindliche und laufende Rechenzentren, aber auch vorgeschlagene Bauprojekte. Die Karte basiert auf Meldungen von Privatpersonen sowie Presseartikeln. Internetnutzer werden eingeladen, sich zu beteiligen und die Datenbasis zu aktualisieren.

Brockovich hatte Anfang der Neunzigerjahre dazu beigetragen, einen Skandal um Trinkwasserverschmutzung im kalifornischen Hinkley aufzuklären. Nach einer Sammelklage musste der Energiekonzern PG&E 333 Millionen Dollar Schadensersatz an mehr als 600 Anwohner zahlen und die Verunreinigung beseitigen. Regisseur Steven Soderbergh brachte die Geschichte im Jahr 2000 in die Kinos. In seinem Film spielte Julia Roberts die Aktivistin Brockovich.

Wie zwei Ruheständler in Hessen die KI-Revolution ausbremsten, lesen Sie hier .

wit/AFP