SpOn 12.08.2026
16:12 Uhr

EnBW – »He Dreiht«: Größter Offshore-Windpark in Deutschland fertiggestellt


64 Windräder im Meer und Stromleitungen quer durch die Nordsee: Der Windpark »He Dreiht« kann rund 1,1 Millionen Haushalte mit grüner Energie versorgen. Trotzdem könnten weniger Windräder entstehen als geplant.

EnBW – »He Dreiht«: Größter Offshore-Windpark in Deutschland fertiggestellt

Der Energiekonzern EnBW hat rund 110 Kilometer westlich der Insel Helgoland das größte Offshore-Windprojekt Deutschlands bauen lassen. 64 Windräder mit einer Nabenhöhe von 142 Metern stehen jetzt in der Nordsee.

Rund 2,4 Milliarden Euro wurden in den Windpark »He Dreiht« (Plattdeutsch für »Er dreht«) investiert, wie der Karlsruher Konzern mitteilte .

He Dreiht ist der fünfte Offshore-Windpark der EnBW. Mit ihm verdoppelt das Unternehmen seine Offshore-Leistung von bisher 976 Megawatt (MW) nahezu. Voraussichtlich bis zum Spätsommer soll die Anlage vollständig in Betrieb gehen.

»Mit einer installierten Gesamtleistung von 960 MW gehört He Dreiht außerdem zu den derzeit europaweit größten Projekten der Energiewende und wird rein rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen«, erklärt EnBW im Internet zu dem Projekt.

Rotorblatt wird an einer Windkraftanlage im Offshore-Windpark montiert

Rotorblatt wird an einer Windkraftanlage im Offshore-Windpark montiert

Foto: Lars Penning / dpa

Die Rotorblätter sind an einer Nabe in 142 Meter Höhe montiert. Ein einzelner Rotor hat den Daten zufolge einen Durchmesser von 236 Metern. Bei einer Umdrehung durchstreichen die drei Blätter eine Fläche von 43.742 Quadratmetern – insgesamt entspricht das der Fläche von sechs Fußballfeldern. Der Windpark sei mit einer Konverterstation auf See und zwei Hochspannungskabeln ans Stromnetz angeschlossen. Diese lägen über 120 Kilometer unter Wasser und auf 110 Kilometern an Land.

Zuletzt hatte es Probleme gegeben, weil Ende Juli ein 20 Meter langes Rotorblattteil abgebrochen war und im Meer trieb. Der Hersteller Vestas untersuche den Schaden noch, teilte EnBW dazu mit.

Abnahmeverträge statt Förderung aus dem EEG

He Dreiht ist einer der ersten förderfreien Windparks, erhält also keine Einspeisevergütung aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz. Stattdessen hat EnBW langjährige Vereinbarungen mit Großabnehmern wie Google, Bosch, Salzgitter, Deutscher Bahn und der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens (Fraport). Ein Großteil des künftig erzeugten Stroms ist dadurch bereits abgesichert.

Vorstandschef Georg Stamatelopoulos hatte die Bundesregierung vor einigen Wochen aufgefordert, ihre Ausbauziele für die Windkraft in Nord- und Ostsee zu senken. »Wir müssen die Bezahlbarkeit im Auge behalten«, sagte er der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« . Die Situation habe sich »dramatisch verschlechtert«. Windturbinen, Logistik und Kabel seien teurer geworden. Allein im Fünfjahresvergleich liege die Kostensteigerung bei 30 bis 40 Prozent.

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Deshalb schlug er vor, vorerst weniger zu bauen: »Lasst uns erst einmal 55 Gigawatt bauen, und dann sehen wir weiter.« Gesetzliches Ziel der Regierung ist, die Kapazität zur Stromerzeugung aus Windenergie auf See bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt (GW) auszubauen. Bis 2045 sollen 70 GW erreicht werden.

Laut der Stiftung Offshore-Windenergie waren Stand Ende Juni in Deutschland 1764 Offshore-Windenergieanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von rund 10,8 GW in Betrieb. »Insgesamt reichen die aktuellen Planungen bis 2035 und umfassen eine Gesamtleistung von ca. 41 GW.«

esk/dpa