US-Präsident Donald Trump hat am Samstag erklärt, er würde es »lieben«, wenn sich Irland mit dem britisch verwalteten Nordirland vereinigen würde – und dass dies seiner Ansicht nach eines Tages geschehen werde.
Trump ist eigentlich wegen des Golfsports in Irland. Der Besuch dreht sich vor allem um ein großes Turnier im »Trump International Golf Links Doonberg« – einem Platz, der ihm gehört. Den politischen Teil in Dublin könnte man als Vorprogramm bezeichnen.
»Nun, ich möchte keine Probleme verursachen, aber ich sage Ihnen: Ich würde es lieben, wenn es vereinigt würde«, sagte Trump gegenüber Journalisten nach einem Treffen mit dem irischen Premierminister Micheál Martin in Dublin.
Weiter sagte der US-Präsident: »So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Ich denke, das wäre eine fantastische Sache.« Und: »Nun wird das Vereinigte Königreich dazu sicher etwas zu sagen haben. Aber ich denke, es wäre eine großartige Sache.«
Regierung Großbritanniens reagiert
Die Aussage sorgte in Irland und im Vereinigten Königreich prompt für große Aufregung. Die Grenze auf der Irischen Insel wurde 1921 mit dem Inkrafttreten des »Government of Ireland Act« gezogen. Anders als Irland, das sich zur unabhängigen Republik abspaltete, blieb Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs. Die Frage, ob die Provinz dazugehören oder sich mit Irland wiedervereinigen sollte, führte zu einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg und spaltet auch heute noch die Gesellschaft.
Die Regierung Großbritanniens reagierte prompt. Die Haltung von Premierminister Burnham zum Karfreitagsabkommen (auch Belfast Agreement genannt) bleibe unverändert, teilte ein Sprecher seines Büros am Samstag mit. Dieser Friedensvertrag vom 10. April 1998 beendete den 30-jährigen gewaltsamen Konflikt in Nordirland.
Erst am Mittwoch sagte Burnham auf Fragen von Abgeordneten im Parlament zu einem möglichen Grenzreferendum in Nordirland: »Mir ist nicht bekannt, dass es eine öffentliche Mehrheit für ein weiteres Referendum gibt, und solange sich das nicht ändert, wird es keines geben.«
