Ex-Korrespondentin Harmony mit US-Präsident Trump (auf einer Irland-Reise in der Air Force One): »Fragen stellen, die echten Amerikanern wichtig sind«
Foto: Julia Demaree Nikhinson / APEs könnte so ein nettes Weihnachtsfoto sein. Im Kamin prasselt das Feuer. Zwei kleine, freundliche Weihnachtsmann-Figuren stehen neben Tannenzweigen und einem »ho ho ho«-Schild auf dem Sims. Am Rand hängen drei bunt gemusterte Nikolaus-Strümpfe.
Wäre da nicht Beni Rae Harmony vorne im Bild. Mit beinahe martialischem Gesichtsausdruck hält die junge Frau ein schwarzes Gewehr mit Zielfernrohr in den Händen, als wolle sie zu einem Kampfeinsatz. Rechts im Bild steht ihr graubärtiger Onkel, auch er mit Gewehr. Beide tragen schwarze T-Shirts mit der Aufschrift »Fuck Joe Biden«.
“Family Christmas Photo” pic.twitter.com/4T2ONTv4dP
— PatriotTakes 🇺🇸 (@patriottakes) December 4, 2021
Beni Rae Harmony in einem im November 2021 veröffentlichten Foto (mit einem Onkel)
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Das im November 2021 veröffentlichte Foto sorgt aktuell für Wirbel. Denn es zeigt das neueste Gesicht im Kommunikationsteam von Donald Trump. Seit Anfang Oktober arbeitet Beni Rae Harmony, 24, in der Presseabteilung des Weißen Hauses. Aber vielleicht geht noch mehr?
Ex-Trump-Sprecherin Leavitt (2025): »Ich liebe den Präsidenten«
Foto: Will Oliver / EPASchon seit August sucht das Weiße Haus eine neue Sprecherin – seit Karoline Leavitt, eine enge Vertraute des Präsidenten, nach der Geburt ihres zweiten Kindes ihren Posten aufgab. Gut möglich, dass Harmony Chancen auf die Nachfolge hat.
Es handelt sich um einen der prominentesten Posten in Washington, D.C. In der Vergangenheit bemühten sich Präsidenten-Sprecherinnen und -Sprecher beim täglichen Briefing von ihrem Rednerpult aus oft um einen fairen Umgang mit der Hauptstadtpresse.
Hauptstadtpresse im Weißen Haus: »Was für eine dumme Frage«
Foto:Jim Lo Scalzo / EPA
Leavitt dagegen setzte bei ihren Auftritten im West Wing häufig auf Attacke. Sie kanzelte Korrespondenten ab (»Sie sind kein Reporter«), würdigte deren Arbeit herab (»was für eine dumme Frage«) und präsentierte ihren Chef mit grenzenloser Bewunderung. Trump sei »der beste Boss« und »beste Präsident« aller Zeiten, lautete einer ihrer vielen Lobsprüche.
Vulgäre Biden-Flüche haben der Trump-Sprecherin nicht geschadet
Beni Rae Harmony kommt allem Anschein nach mit ähnlichen Einstellungen ins Weiße Haus. Ihre vulgäre Biden-Beschimpfung mit Gewehr hat ihr dort nicht geschadet. Harmony sei als Korrespondentin »eine vertrauenswürdige Stimme für die Maga-Bewegung« gewesen, lobte Trumps Presseteam die neue Kollegin.
In der Vergangenheit arbeitete Harmony für Republikaner-Politiker wie Matt Gaetz und Jarome Bell, der sie als »eine Wucht« lobte. Auch für den rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk und dessen Bewegung Turning Point USA war sie zeitweise tätig.
Dann kam der 10. September 2025, als Charlie Kirk ermordet wurde. Harmony arbeitete zu jener Zeit für einen TV-Sender in Illinois und sprach einen emotionalen Nachruf auf ihren Ex-Boss in die Kamera. Sie sei deshalb von ihrem Sender »suspendiert« worden, erklärte Harmony, was ihr damaliger Arbeitgeber bestreitet.
Mit dem Hubschrauber zum Golfturnier
Harmony suchte sich einen neuen Job - und wurde Washington-Korrespondentin für den rechtskonservativen Sender »Real America's Voice«, wo unter anderem die Show »War Room« des ultrarechten Publizisten Steve Bannon läuft.
Auf Instagram dokumentiert sie ausführlich ihre Reisen mit Trump. Mal posiert sie im dunkelblauen Outfit vor der Präsidentenmaschine Air Force One, mal in hellblau, mal in knallrot, mal in bordeauxrot.
Ex-TV-Journalistin Harmony vor der Präsidentenmaschine Air Force One
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Sie habe das Wochenende damit verbracht, »mit dem Präsidenten zum WM-Finale zu reisen«, schwärmt sie in einem Post. In einem anderen zeigt sie, wie sie im US-Militärhubschrauber zu einem Golfturnier in Irland fliegt (»48 Stunden als White-House-Korrespondentin mit dem Präsidenten in Irland verbracht«). Sogar beim Zähneputzen in der Air-Force-One-Toilette hat sie sich für ihr Publikum gefilmt.
Nur drei Wochen nach dem Irland-Trip wechselte sie ins Weiße Haus. Es sei »eine Ehre« gewesen, als Korrespondentin über diese »historische Regierung« zu berichten, schreibt Harmony auf X. Ihr Ziel sei es immer gewesen, »solche Fragen zu stellen, die echten Amerikanern wichtig sind«. Auch im neuen Job werde sie »für den American Dream kämpfen«.
»Beni Rae Harmony war niemals eine Journalistin«, schreibt Jonathan V. Last, der Chefredakteur des Trump-kritischen Onlinemagazins The Bulwark. Sie stehe für Propaganda. Last: »Ich freue mich, dass sie sich geoutet hat und nun so leben kann, wie sie wirklich ist.«
Ex-Sprecherin Leavitt wechselt unterdessen zu Fox News (mehr dazu hier). Ab November tritt sie dort vor die Kameras. An ihrer Bewunderung für Trump hat sich nichts geändert. »Ich liebe den Präsidenten«, sagte sie dem konservativen Sender.
Entsprechend zufrieden kommentierte das Weiße Haus ihren neuesten Karriereschritt. Man freue sich, sagte Kommunikationsdirektor Steven Cheung, dass Leavitt dem Fernsehpublikum Trumps »erfolgreiche Agenda« vermitteln könne.