SpOn 28.05.2026
20:00 Uhr

Deutsche Marine schickt offenbar Aufklärer zu russischen Schiffen in die Ostsee


Die deutsche Marine reagiert auf Russlands Präsenz in der Ostsee. Laut einem Medienbericht ist das Flottendienstboot »Oste« in Richtung Fehmarnbelt ausgelaufen. Dort postiert Russland vermehrt Schiffe.

Deutsche Marine schickt offenbar Aufklärer zu russischen Schiffen in die Ostsee

Die Marine hat wohl eines ihrer Aufklärungsschiffe in der Ostsee auslaufen lassen. Das Ziel: russische Einheiten im Fehmarnbelt. Das berichten die »Kieler Nachrichten« (»KN«) .

Demnach reagiert die Marine damit auf Russlands gestiegene Präsenz in der Ostsee. Das Land soll im Seegebiet zwischen Fehmarn und Rostock seit Wochen Marineschiffe positionieren, darunter bis Pfingsten der große Zerstörer »Severomorsk«. Nun befände sich ein Aufklärungsschiff mit Abhörtechnik vor Ort, schreiben die »KN«. Man könne es als Schatten von Fehmarn aus am Horizont erkennen.

Am Dienstagabend habe das deutsche Flottendienstboot »Oste« den Fehmarnbelt erreicht, es ist mit moderner Technik zur Signalaufklärung ausgestattet und soll neben der Stammcrew auch Cybersoldaten an Bord haben. Die automatische Identifikationsanlage (AIS) soll die Besatzung abgeschaltet haben, sodass das Schiff nicht in den einschlägigen Tracking-Apps sichtbar war.

Nachdem Mitte Mai bekannt wurde, dass ein russischer Zerstörer vor der Insel Fehmarn lag, äußerte sich ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Man gehe davon aus, dass Russland mit seinen Kriegsschiffen die eigenen Schiffe der »Schattenflotte« überwachen wolle, so der Sprecher. Über diese versucht Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht die Schattenflotte in Verdacht, für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur genutzt zu werden.

Immer wieder russische Kriegsschiffe in der Ostsee

Berlin zeigte sich von der Präsenz russischer Kriegsschiffe in den Gewässern nicht überrascht. »Im Bereich Fehmarn in der Ostsee, Skagerrak und am Finnischen Meerbusen sind kontinuierlich russische Kriegsschiffe zu beobachten«, erklärte der Ministeriumssprecher. Dies werde teilweise auch als Gegenreaktion zu Nato-Operationen wie »Baltic Sentry« gesehen.

Die Operation gehört zu den Maßnahmen erhöhter Wachsamkeit an der Nord- und Ostflanke der Nato insbesondere nach der gestiegenen Zahl von beschädigten Datenkabeln und Pipelines in der Ostsee, hinter denen Sabotageakte vermutet werden.

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Ein Nato-Sprecher teilte damals mit, dass die Bündnispartner die Bewegungen russischer Kriegsschiffe in der Region beobachteten.

Russlands Schattenflotte passiert ungehindert die Ostsee. Mehr über die Methoden der Tankermafia und was Bundeswehrexperten raten, lesen Sie hier: So gefährlich ist Russlands Schattenflotte für Europas Gewässer 

naw/dpa