SpOn 03.10.2026
17:35 Uhr

Christa Pike: Gescheiterte Hinrichtung - Chef von Gefängnisbehörde tritt zurück


Die Gefangene Christa Pike liegt im Koma, seit man versuchte, sie per Giftspritze hinzurichten, ihre Anwälte sprechen von Folter. Wer trägt die Verantwortung? Eine erste personelle Konsequenz gibt es jetzt.

Christa Pike: Gescheiterte Hinrichtung - Chef von Gefängnisbehörde tritt zurück

Der umstrittene Gefängnisbehördenchef des US-Bundesstaates Tennessee, Frank Strada, räumt seinen Posten – wenige Tage nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike. Das teilte Gouverneur Bill Lee am Samstag mit.

»Ich weiß es zu schätzen, dass er in diesem schwierigen Moment bereit ist, die Interessen der Menschen in Tennessee an erste Stelle zu setzen«, sagte Lee einem Bericht der »New York Times«  zufolge. »Ich habe seine Entscheidung, zurückzutreten, angenommen und bin dankbar für sein Engagement, einen reibungslosen Führungswechsel sicherzustellen.«

Ein Nachfolger wurde demnach noch nicht bekannt gegeben. Strada solle noch in diesem Monat aus dem Amt scheiden, hieß es. Lee hat alle künftigen Hinrichtungen ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung des gescheiterten Hinrichtungsversuchs an Pike angeordnet.

»Im besten Interesse« Tennessees

Strada erklärte in einer Stellungnahme, sein Rücktritt liege »im besten Interesse« des Bundesstaates, während die unabhängige Untersuchung beginne. Er bekräftigte, dass er davon ausgehe, die Behörde habe das Protokoll für die Hinrichtung durch die Giftspritze eingehalten. Außerdem erklärte er, mit den Ermittlern zusammenarbeiten zu wollen. »Ich möchte alles tun, was ich kann, um genau herauszufinden, was geschehen ist«, sagte Strada dem Bericht zufolge.

Pike ist laut ihren Anwälten nach ihrer gescheiterten Hinrichtung weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Pike sei intubiert und werde in einem Krankenhaus in Nashville künstlich beatmet, schrieben Pikes Anwälte in einem Gerichtsantrag vom Freitag.

Die 50-Jährige sollte am Mittwochabend (Ortszeit) mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Doch nachdem ihr nach Angaben der Behörden die im Protokoll vorgesehenen zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht worden waren, lebte sie weiter .

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Pike befindet sich demnach seit der gescheiterten Hinrichtung in kritischem Zustand. Das Krankenhauspersonal arbeite daran, ihr Leben zu retten und das verabreichte Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen, schrieben die Anwälte.

Pike war 1996 wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. In den vergangenen Jahren hatten Pikes Anwälte zunehmend ihre schwere Kindheit, psychische Erkrankungen und ihre Entwicklung während der mehr als drei Jahrzehnte in Haft in den Mittelpunkt gestellt.

wit/AP