SpOn 24.07.2026
20:23 Uhr

Thorsten Frei: Designierter CDU/CSU-Fraktionschef freut sich auf seinen neuen Job


Als Kanzleramtschef hat Thorsten Frei viel Zeit am Schreibtisch verbracht – sehr zu seinem Leidwesen, wie er jetzt gestand. Der designierte Nachfolger von Jens Spahn äußerte sich auch zu den Problemen bei der Kabinettsumbildung.

Thorsten Frei: Designierter CDU/CSU-Fraktionschef freut sich auf seinen neuen Job

Action statt Akten: Der designierte Unionsfraktionschef Thorsten Frei freut sich darauf, in seinem neuen Amt weniger Zeit mit dem Studium von Unterlagen zu verbringen. »Für mich war Politik immer das Arbeiten mit Menschen und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen«, sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart.

Bislang ist Frei Chef des Bundeskanzleramts und unter anderem für die Koordinierung innerhalb der Regierung zuständig. »Sie haben von morgens bis abends mit Akten zu tun«, sagte Frei über seinen Job. In dieser Position sei er in den vergangenen Monaten nicht dazu gekommen, Dinge zu tun, die er gern mache. Er sei etwa ein leidenschaftlicher Debattenredner. Das habe er seit eineinhalb Jahren nicht mehr machen können. »Deswegen freue ich mich auch, wenn ich denn gewählt werde am kommenden Mittwoch, auf das, was kommt.«

Frei soll am Mittwoch zum Fraktionschef gewählt werden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte Frei gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder am Mittwoch als Nachfolger von Jens Spahn (CDU) an der Spitze der Unionsfraktion im Bundestag vorgeschlagen. Über den Posten an der Fraktionsspitze müssen noch die Abgeordneten beider Parteien entscheiden. Sie sollen Frei in einer Sondersitzung am kommenden Mittwoch zu ihrem neuen Chef wählen.

Der geplante Wechsel von Frei an die Fraktionsspitze löste eine größere Kabinettsumbildung aus. Als Nachfolgerin von Frei im Kanzleramt benannte Merz am Freitag die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Ihren Job soll künftig der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernehmen. Merz stellte zudem weitere Veränderungen in der Bundesregierung in Aussicht.

Frei spricht von »Pech« bei Kabinettsumbau

Die Ankündigung der Umbauarbeiten lief allerdings einigermaßen chaotisch ab.  Frei führt das auf fehlendes Glück zurück: »Es gibt auch in der Spitzenpolitik das Problem, dass man Pech haben kann«, sagte er in Stuttgart. Frei war bei der Veranstaltung auf die Hängepartie um die Besetzung des Verkehrsministeriums  angesprochen worden.

Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte einzelnen Bundestagsabgeordneten am frühen Morgen in einer SMS mitgeteilt, dass der Kanzler ihn entlassen werde und dies bei dem Pressetermin um neun Uhr im Kanzleramt verkünden werde. Das tat Merz aber nicht. Wie später bekannt wurde, wohl deswegen, weil der vorgesehene Nachfolger, der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, kurzfristig am Morgen aus fachlichen Gründen abgesagt hatte. Wie es in dem Ministerium nun weitergehen soll, ist nicht klar.

Aus Sicht von Frei war diese Hängepartie nicht vermeidbar. »So wie das jetzt gelaufen ist, das kann man ehrlicherweise nicht ausschließen. Das kann passieren«, sagte Frei.

Wie kam es zu der jüngsten Personalrochade? Und wieso hat sie Kanzler Merz so verstolpert? Lesen Sie hier die Hintergründe. 

mkh/dpa