SpOn 15.09.2026
17:20 Uhr

Bundeswehr – Marine: Ute Niklas übernimmt Kommando der Fregatte »Rheinland-Pfalz«


Erstmals übergibt ein Kommandeur die Führung einer deutschen Fregatte an eine Frau. Für Ute Niklas ist es nichts Neues, Pionierin zu sein.

Bundeswehr – Marine: Ute Niklas übernimmt Kommando der Fregatte »Rheinland-Pfalz«

Die Fregatte »Rheinland-Pfalz« bekommt eine neue Führung: Der Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, Volker Kübsch, hat die Führung von Kapitän Benedikt Eichhorn an Ute Niklas übergeben.

Niklas ist die erste Frau, die das Kommando einer Fregatte der Deutschen Marine übernimmt. Sie sprach von einer »ebenso spannenden wie anspruchsvollen Phase». »Das wird der gesamten Besatzung viel abverlangen«, sagte Niklas. Sie freue sich darauf, das Schiff wieder in See zu bringen. Nach einem Werftaufenthalt gelte es, die »Rheinland-Pfalz« zurück in die volle Einsatzbereitschaft zu führen, heißt es in einer Mitteilung.

Fregatte »Rheinland-Pfalz« in Wilhelmshaven

Fregatte »Rheinland-Pfalz« in Wilhelmshaven

Foto: Lars Klemmer / dpa

Die neue Kommandantin bringt umfassende Erfahrung auf der Fregattenklasse F125 mit. Als ehemalige Erste Offizierin sei sie mit Schiff, Besatzungsstruktur und Aufgabenprofil bestens vertraut, heißt es. Zuletzt war sie als Einsatzstabsoffizier im Operativen Führungskommando in Schwielowsee in Brandenburg eingesetzt.

Nur etwa 13 Prozent Soldatinnen

Frauen sind bei der Bundeswehr noch immer in der Minderheit: Nach offiziellen Angaben von Anfang des Jahres  gibt es mehr als 25.000 Soldatinnen. Bei insgesamt mehr als 184.000 militärischen Angehörigen der Bundeswehr sind das ungefähr 13 Prozent.

Erst seit 2001 stehen Frauen alle Laufbahnen bei der Bundeswehr offen. Dass es bis zur ersten Fregattenkapitänin 25 Jahre brauchte, überrascht deswegen nur bedingt: Der Karriereweg kann schnell mal 20 Jahre dauern.

Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages schreibt in seinem vergangenen Bericht , das Potenzial für Soldatinnen sei »nicht ausgeschöpft«. Es brauche weibliche Vorbilder, um die Bundeswehr für Frauen interessanter zu machen. Beobachterinnen nennen unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Dienst als Grund.

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Doch es gibt auch interne Themen bei der Bundeswehr: Einem BR-Bericht zufolge  fehlt es nach 25 Jahren noch immer an persönlicher Ausrüstung für Frauen. Etwa fehlen Schutzwesten, die der weiblichen Anatomie gerecht werden. Das Thema stehe auf der Agenda, die Beschaffung stecke aber noch »in den Kinderschuhen«, sagte Generaloberstabsärztin Nicole Schilling dem BR.

hba/dpa