SpOn 05.10.2026
08:27 Uhr

Bund bewilligte seit Mai 100.000 Anträge für E-Auto-Prämie


Bis zu 6000 Euro Zuschuss vom Staat sind möglich: Die E-Auto-Prämie kommt laut Umweltminister Carsten Schneider bei vielen Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen an.

Bund bewilligte seit Mai 100.000 Anträge für E-Auto-Prämie

Das Förderprogramm habe die Erwartungen weit übertroffen, sagt Bundesumweltminister Carsten Schneider. Seinen Angaben zufolge hat die Bundesregierung seit Mai an 100.000 Antragsteller die E-Auto-Prämie ausgezahlt.

Das Geld komme ​Menschen zugute, die zuvor nicht an den Kauf eines E-Autos ⁠gedacht hätten, sagte Schneider der »Bild«-Zeitung. ⁠Demnach verfügt die Hälfte der Antragsteller über ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel verdienen ‌höchstens 60.000 Euro. »Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt«, sagte Schneider.

Das Förderprogramm habe »jetzt schon 100.000 Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Spritpreisen zu schützen«. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.

Regierung sieht China nicht als großen Profiteur

Förderfähig sind Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.

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Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bei bis zu 6000 Euro liegen. Die Prämie gilt nur für Privatautos, nicht für Dienstwagen.

Die vorhandenen Fördermittel in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro reichen nach Regierungsangaben für geschätzt 800.000 geförderte Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029.

Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP hatte die frühere Kaufprämie Ende 2023 eingestellt, um Haushaltslöcher zu stopfen. Die aktuelle Bundesregierung aus Union und SPD einigte sich dann auf neue Kaufanreize, insbesondere für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen.

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Experten hatten gewarnt, ‌dass ​die nach Einkommen gestaffelte Prämie kaum deutschen Herstellern ​zugutekommen würde, ⁠da chinesische Anbieter das günstige ​Preissegment dominierten.

Das Umweltministerium hatte diese Bedenken ‌zurückgewiesen. Ersten Auswertungen zufolge entfallen bislang weniger ‌als 15 Prozent der ​Anträge auf ‌Fahrzeuge aus China.

Großbritannien plant laut Bericht Pläne für Zölle auf chinesische E-Autos

Auch in Großbritannien gibt es Sorge, dass der dortige Automarkt mit günstigen, staatlich subventionierten Fahrzeugen aus China überschwemmt wird. Die Regierung in London erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung von Zöllen auf Elektroautos aus China, berichtete die Zeitung »The Times« am Sonntagabend.

Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds arbeite an einem entsprechenden Maßnahmenpaket. Dabei seien die Minister bereit, mit der von der Europäischen Union (EU) geplanten Abgabe von ​45 Prozent gleichzuziehen. Bislang seien jedoch keine Zölle verhängt worden, teilte die ⁠britische ⁠Regierung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Man stehe in engem Austausch mit der Industrie, um die nationalen Interessen ‌zu wahren.

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Mit den Zöllen wolle ​die Regierung ‌in London Nachteile durch die »Made in Europe«-Pläne der EU  vermeiden, hieß es in dem Bericht. Diese zielen darauf ab, die Abhängigkeit von chinesischen Bauteilen zu ‌verringern.

Britische Autobauer befürchten, andernfalls aus europäischen Lieferketten verdrängt zu werden. Die Zeitung »Financial Times« hatte im September berichtet, ‌Brüssel habe Premierminister Andy ​Burnham gedrängt, sich enger ‌an die Handelspolitik der EU anzulehnen ‌und ​die Zölle zu erhöhen, um europäische Handelsbarrieren zu vermeiden. Burnham hatte im vergangenen Monat ​dafür geworben, Großbritannien ⁠als »vertrauenswürdigen Partner« zu behandeln.

mmq/Reuters/dpa