Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt, 39, hat der Debatte über Wölfe und den Umgang mit den Tieren eine persönliche Note gegeben: Die SPD-Politikerin besitzt nämlich einen Jagdschein – und würde bei einer Wolfssichtung im Ernstfall abdrücken. »Wenn es notwendig ist, würde ich einen Wolf abschießen. Definitiv«, sagte die SPD-Politikerin der »Märkischen Allgemeinen Zeitung«. Spätestens dann, wenn Menschen durch Wölfe bedroht würden, und natürlich nur im eigenen Jagdbezirk. Ihr letzter Jagdausflug liege zwei Jahre zurück.
Der Wolf war im März dieses Jahres in das Bundesjagdgesetz aufgenommen worden. Seither können Länder die Jagd in Regionen erlauben, in denen sich der Wolf in einem günstigen »Erhaltungszustand« befindet – wo er also gute Chancen auf einen langfristigen Fortbestand hat.
Das Agrarministerium arbeitet derzeit an einem Konzept zur Wolfsjagd. »Es geht vordergründig darum, Nutztierhalter wie Schäfer, Rinder- und Ziegenzüchter zu entlasten, damit Rissschäden durch Wölfe nicht weiter ansteigen«, erklärte Mittelstädt. Laut der Ministerin leben in Brandenburg 54 Rudel, sechs Paare und mehr als 200 Welpen.
Mittelstädt lehnt eine feste Abschussquote ab. »Gäbe es eine Quote, beispielsweise von zehn Wölfen im Jagdjahr – und darüber reden wir gerade – und in Elbe-Elster würden diese zehn Wölfe entnommen, hätten sie in der Uckermark ein Problem«, sagte sie der Zeitung. Stattdessen sollen bestimmte Zonen festgelegt werden, in denen der Wolf gejagt werden darf, wenn es vermehrt zu Rissen von Nutztieren kommt.
Sollte ein Wolf lernen, über hohe Elektrozäune zu springen, reiche der Abschuss von Einzeltieren nicht mehr aus. »Dann reden wir darüber, ganze Wolfsrudel zu entnehmen«, so Mittelstädt. »Wenn ich nur einzelne Wölfe abschieße, dann zerrütten sich die Rudel, und das will auch niemand.«
