SpOn 26.04.2026
01:16 Uhr

Bahn will Preise für ICE-Tickets ein Jahr stabil halten


Auf eines können sich Bahnkunden meist verlassen: die jährliche Preiserhöhung bei Fernzügen. Doch Ende 2026 fällt sie aus – nicht zum ersten Mal.

Bahn will Preise für ICE-Tickets ein Jahr stabil halten

Fahrgäste der Deutschen Bahn bleiben in den nächsten zwölf Monaten von Preiserhöhungen im Fernverkehr verschont. »Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil«, kündigte Bahnchefin Evelyn Palla in der »Bild am Sonntag« an. Bereits im vergangenen Jahr war die übliche Fahrpreiserhöhung im Dezember ausgefallen.

Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen immer wieder in der Kritik. Palla kündigte vor einem halben Jahr einen Neustart bei dem Staatskonzern an. »Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen«, sagte die Vorstandschefin. »Oberste Priorität hat jetzt: Fahren, Fahren, Fahren und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können.«

Mehr Hintergrund: Die Bahn könnte der Gewinner der hohen Spritpreise sein – doch es gibt einen Haken 

In den vergangenen Jahren hatte die Bahn ihre Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben und das vor allem mit den steigenden Personal- und Energiekosten begründet. Zuletzt waren Ende 2024 die sogenannten Flexpreise durchschnittlich um 5,9 Prozent erhöht worden.

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Den Fernverkehr mit ICE, Intercity und Eurocity betreibt die Bahn auf eigene Rechnung. Die Preise für Fahrten in Regionalzügen werden zumeist von den Verkehrsverbünden festgelegt. Viele von ihnen erhöhten zum Jahreswechsel ihre Preise für Einzel-, Mehrfahrten- und Zeitkarten deutlich. Das zeigt eine Auswertung der Nachrichtenagentur dpa:

  • Im bundesweit größten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) etwa stiegen die Preise ab Januar im Schnitt um sechs Prozent. Eine Einzelfahrt innerhalb des S-Bahn-Rings kostet dann erstmals vier Euro, 20 Cent mehr als bisher.

  • Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Nordrhein-Westfalen hatte eine Ticketpreiserhöhung von durchschnittlich knapp fünf Prozent ab dem kommenden Jahr beschlossen.

  • Ähnlich hoch (plus 5,1 Prozent) fiel die Steigerung im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen aus.

  • Auch in München wurde Bus- und Bahnfahren teurer – im Schnitt um knapp vier Prozent ab Januar. Der Preis für die Einzelfahrt in den zentralen Zonen M und 1 erhöhte sich um 10 Cent und kostet künftig 4,20 Euro. Die Streifenkarte wurde 90 Cent teurer und kostet seit Januar 18,70 Euro.

Auch das bundesweit gültige Deutschlandticket für den Nah- und Regionalverkehr wurde teurer. Bund und Länder haben den Preis zuletzt auf 63 Euro erhöht. Weitere Preissteigerungen sollen nicht mehr politisch entschieden, sondern anhand eines neuen Preisindex berechnet werden – mehr dazu hier.

hda/dpa