SpOn 11.03.2026
11:55 Uhr

Australien: Pflegekinder lebten monatelang mit verurteilter Mörderin zusammen


In Australien zog eine verurteilte Mörderin bei einer Frau mit Pflegekindern ein. Auch die Behörden erfuhren davon – handelten aber erst nach einem Radiobericht.

Australien: Pflegekinder lebten monatelang mit verurteilter Mörderin zusammen

Behörden in Australien haben zugelassen, dass zwei Pflegekinder monatelang mit einer verurteilten Mörderin zusammenlebten. Mehrere Medien, darunter der »Guardian«  und das Portal News.com.au , berichten, die Frau habe erst nach mehreren Hinweisen und öffentlichen Berichten aus dem Haus ausziehen müssen.

Die Familienministerin des Bundesstaates New South Wales, Kate Washington, entschuldigte sich öffentlich. »Es ist vollkommen inakzeptabel, dass ein schutzbedürftiges Kind, das sich in staatlicher Obhut befindet, mit einer dreifachen Killerin zusammenlebt. Das hätte niemals passieren dürfen, und ich entschuldige mich zutiefst für das, was geschehen ist.«

Das sagte Washington am Mittwoch beim Radiosender 2GB. Erst zwei Tage zuvor hatte der Sender berichtet, dass ein zwölfjähriges Kind und ein 14 Jahre altes Kind mit der verurteilten Mörderin zusammenlebten. Demnach war die Frau bei einer Seniorin eingezogen, die für die Pflegekinder verantwortlich war. Die Tochter der Seniorin hatte dem Radiosender den Hinweis gegeben. Noch am Tag des Radioberichts sei die verurteilte Mörderin aus dem Haus entfernt worden, sagte Familienministerin Washington.

Behörden wussten Bescheid

Offenbar hatten die Behörden zuvor versagt. Bereits Ende Dezember seien die Behörden auf den Fall aufmerksam gemacht worden, sagte Washington. »Und zu diesem Zeitpunkt wurden einige sehr schlechte Entscheidungen getroffen.« Um die Privatsphäre der Kinder zu schützen, könne sie nicht mehr sagen, so Washington. »Aber Tatsache ist, dass hier etwas schrecklich schiefgelaufen ist.« Sie könne aber nun versichern, dass die Frau nicht mehr bei den Kindern lebe. Washington versprach weitere Aufklärung.

Bei der verurteilten Mörderin handelt es sich den Berichten zufolge um eine 78 Jahre alte trans Frau. Regina Arthurell, damals noch Reginald, war wegen Totschlags ihres Stiefvaters 1974, Totschlags eines 19-Jährigen bei einem Raubüberfall 1981 sowie wegen Mordes des ehemaligen Partners 1995 zu 24 Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis begann Arthurell den Berichten zufolge, sich als Frau zu identifizieren. 2020 wurde Arthurell aus dem Gefängnis entlassen.

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Bei einer Anhörung im Jahr 2021 erklärte ein Richter des Obersten Gerichtshofs laut »Guardian«, Arthurell bemühe sich aufrichtig um Resozialisierung, habe jedoch eine »Neigung, das Leben ihrer Mitmenschen gewaltsam zu beenden«. Eine sogenannte erweiterte Überwachungsanordnung für Arthurell war Ende 2024 ausgelaufen und nicht verlängert worden. Wie diese Entscheidung zustande kam, dürfte nun auch Teil weiterer Untersuchungen sein.

ptz