Wer die üblichen Metallbänke und farblosen Hallen erwartet, wird vom Bahnhof in Ansbach angenehm überrascht. Dies empfand wohl auch eine Jury aus Verkehrs- und Tourismusexperten so und kürte die Station in Mittelfranken aufgrund der »freundlichen Atmosphäre« und der »bemerkenswerten Bahnhofshalle« zum Bahnhof des Jahres 2026 .
Die Serviceangebote in dem Bahnhof in Mittelfranken hätten die Jury ebenfalls überzeugt, teilte das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e.V. mit. Es ist der achte Bahnhof in Bayern, der den Titel erhält.
Bahnhof Ansbach: Schnörkelloser Nachkriegsbau mit türkisen Akzenten
Foto: Daniel Karmann / dpa»Quadratisch, praktisch, durchdacht«, lobt die neunköpfige Jury in einer Presseerklärung den Ansbacher Bahnhof und: »Der äußerlich schnörkellose Nachkriegsbau mit klaren Formen überrasche mit einer lichtdurchfluteten Wartehalle in frischem Design.« Bis Ende 2024 wurde er von der Deutschen Bahn als einer der sogenannten Zukunftsbahnhöfe modernisiert.
Nach dem mehrjährigen Umbau empfange der Bahnhof die Reisenden mit einer hellen und freundlichen Atmosphäre, so die Juroren. Sie überzeugten die geschwungenen Holzbänke und stilvolle Deckenleuchten in der Wartehalle. Auch seien Bahnsteige und Unterführung ebenfalls umfassend saniert worden und barrierefrei zugänglich.
Die Jury lobte zudem die gute Anbindung des Bahnhofs der etwa 41.000-Einwohner-Stadt: »Der Busbahnhof befindet sich in Ansbach unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude und ist somit auf denkbar kurzem Wege erreichbar«, hieß es in der Begründung. Zudem gebe es verschiedene Parkmöglichkeiten für Autos und Abstellplätze für Fahrräder.
Wichtiger Knotenpunkt zwischen Nürnberg und Stuttgart
Verbesserungsbedarf sieht die Jury dennoch: Die Unterführung sei zwar sauber, aber schmucklos. Im Bahnhof fehle eine Echtzeitanzeige für die Abfahrten der Busse. Zudem wäre bahnhofsweites WLAN hilfreich, empfehlen die Fachleute.
Unterführung am Bahnhof Ansbach: Die Deko ist ausbaufähig
Foto: Daniel Karmann / dpaDer Bahnhof in Ansbach gehört laut dem bayerischen Verkehrsministerium mit mehr als 10.000 Ein-, Aus- und Umsteigern an Werktagen zu den am stärksten frequentierten Stationen in Mittelfranken. Er ist demnach ein wichtiger Knoten auf den Bahnstrecken zwischen Nürnberg und Stuttgart sowie zwischen Augsburg und Würzburg. Seit 2022 ist er zudem ICE-Halt. Der barrierefreie Ausbau, den der Freistaat mit mehr als 20 Millionen Euro gefördert habe, sei Voraussetzung für die Auszeichnung gewesen, hieß es vom Ministerium.
Die Allianz pro Schiene vergibt den Titel für den Bahnhof des Jahres seit 2004. Bei der Auswahl sind die Perspektive und die Bedürfnisse der Reisenden ausschlaggebend. In der Jury sind unter anderem der Verkehrsclub Deutschland, der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Bahnkunden-Verband vertreten. In den vergangenen Jahren kürte sie die Bahnhöfe von Magdeburg (2025), Bautzen und Sörup (2024), Halle an der Saale und Nordhorn (2023) und Coburg (2022) zu Siegern.
